Alles ist groß.

Meine Familie, Freunde und Bekannte bekommen früher oder später mit, wenn es mir mal mies geht.

Sei es durch den normalen Kontakt alle paar Tage, oder durch das Absagen von Verabredungen und Terminen, wenn mal wieder nix geht.

Dann bekomme ich immer öfter mit, wie meine gesunden Freunde sagen, dass sie (in Anbetracht von Leuten mit einem gesundheitlichen Schicksal) so froh sind, „nur“ ihre „kleinen“ Probleme bewältigen zu müssen.

Und dass sie sich schämen, sich über Kleinigkeiten aufgeregt zu haben.

Wisst Ihr, wie gut ich darin bin, mich über wirklich absolut unwichtige Kleinigkeiten aufzuregen? Dinge hochzuwiegeln, die mich zwar in einer Sekunde doll ärgern, bei denen ich aber genau weiß, dass sie morgen schon wieder fast vergessen sind?

Klar, am nächsten Tag, oder ’ne Woche später ist sowas wieder ganz klitzeklein oder gänzlich verschwunden, was einem jüngst einen ganzen Tag verderben wollte.

Aber genau IN diesem Moment, IST es ein Problem. Es nervt. Und wütet in einem. Es bereitet vielleicht sogar Kopf- oder Bauchweh und katapultiert wie aus dem Nichts neue Sorgenfalten auf die Stirn. Oder grau-silber-glänzende Haare auf den Kopf. Mpf.

Deswegen, bitte, relativiert Eure Probleme nicht, nur weil andere Menschen andere Probleme haben. Für den einen ist eine Erkältung das Schlimmste, was es gibt. Für den anderen ist ein MS-Schub, je nach dem wie er ausfällt, nicht einmal SO nervig wie eine fette Erkältung.

Was ich sagen möchte: Es ist mir sehr, sehr unangenehm, wenn Ihr Lieben da (Hallo! 🙂), nur weil Ihr zufällig keine MS vom Universum aufgebrummt bekommen habt, Eure Sorgen und Nöte klein stampft.

Ich verstehe, wie das gemeint ist. Wenn ich mich über mein taubes linkes Bein ärgere und meckere wie ein Rohrspatz, und dann ’ne Doku im TV sehe, wo Eltern beispielsweise ihr schwer behindertes Kind pflegen – komme ich mir auch völlig bescheuert vor, mit meinem „kleinen“ Problem.

Man sieht, es gibt immer Schlimmeres, und weniger Schlimmes. Aber für jeden Menschen ist das akute Problem groß. Es soll so nicht sein, möchte doch bitte verschwinden, sich zum Teufel scheren.

Hau ab! 

Und so lange es das nicht macht, zur Hölle fahren, belastet es. Vor allem können gerade viele kleine, sich auf Dauer angestaute Problemkobolde ein Lawine an Stress und Stresssymptomen hervorrufen.

Also: Nix mit von wegen „Ach Dujeeeeee! Wenn ich sowas lese oder höre, schäme ich mich für meine kleinen…..“

Nenene.

Okay?

Okay.

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