Ernsthaftes Interesse.

Wie häufig kommt es vor, dass Euch Menschen im Vorbeigehen fragen, wie es Euch geht?

Was antwortet Ihr dann? Das sporadische „Gut, danke.“? Oder seid Ihr ehrlich, auch wenn es keine allzu bekannten Leute sind, die diese Frage stellen?

Mit der Zeit glaubt man ja, seine Freunde zu kennen. Ich persönlich mache sehr wohl auch einen Unterschied zwischen Freund- und Bekanntschaft. Dieses vorschnelle „Hab Dich lieb/gern“ oder, wie es heutzutage auch unter Freunden so beliebt ist, „Ich liebe Dich“ kommt mir, wenn überhaupt, nur nach einer recht langen Zeit über die Lippen.

Allerdings, wenn ich es sage, schreibe, denke, dann meine ich das auch ernst. Solche Liebesbekundungen können sich sooo schnell auslutschen, oder?

Man kann Menschen auf verschiedenste Art und Weise zeigen, dass sie einem wichtig sind, dass sie etwas ganz Besonderes sind. Zum Beispiel, indem man aktiv zuhört und einfach da ist, wenn der andere einen braucht. Da sein, ohne gleichzeitig eine Gegenleistung einzufordern.

Das ist nicht immer leicht. Mir persönlich fällt es schwer, Hilfe anzunehmen. Ich möchte anderen Leuten nicht zur Last fallen, möchte nicht, dass sie sich Sorgen machen. Eigentlich ganz schön viel verlangt, denn ich mache mir sehr schnell Sorgen um meine Menschen.

Was das aktive Zuhören angeht, habe ich vor geraumer Zeit eine Erfahrung gemacht, die mich noch heute den Kopf schütteln lässt, vor Verwunderung.

Eine Bekannte, annähernde Freundin, die ich schon einige Jahre kenne und mit der ein ganz normaler Kontakt herrschte, fragte plötzlich, was ich eigentlich beruflich mache.

Äh – hm?

Das ist schon seltsam, wenn man hier und da über seinen Alltag redet, Verabredungen trifft und bequatscht, welche Termine wie und wo anstehen, und so weiter.

Ich war mehr als verdutzt. Und ich hoffe so sehr, dass ich mir bisher nicht mal so etwas geleistet habe oder mir leisten werde. Eigentlich eine ganz banale Frage „Was machst Du beruflich?“

Aber wenn die Frage von einem Menschen kommt, der in das engste Umfeld gehört…macht man sich im Nachhinein schon so seine Gedanken. Und man reflektiert plötzlich Situationen, die einem bis dato gar nicht so auffielen.

Eine meiner Macken ist, dass ich häufig zu gerne und schnell Dinge erzählen und berichten möchte, wenn ich Leute ’ne Zeit lang nicht gesehen habe. Und gleichzeitig immer brockenweise kreuz und quer nachfrage, was bei denen so passierte – ich bin immer recht froh, wenn die Menschen mich dann bremsen oder ich den überforderten Blick mitbekomme – dann weiß ich: STOP. Gang zurück.

Wie haltet Ihr es mit der so leicht ausgesprochenen Frage „Wie geht es Dir?“? Wie antwortet Ihr darauf, wann stellt Ihr sie, wenn Ihr sie stellt, nehmt Ihr Euch ausreichend Zeit, um die Antwort anzuhören?

Oftmals kann diese Frage so vieles loslösen, auslösen, so dass man sich der Konsequenz gar nicht immer sofort bewusst ist.

Wie geht es Euch?

Antwortet, wenn Ihr mögt, gerne so ausführlich wie möglich. Ich lese ganz bestimmt zu.

 

 

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