Anders als gedacht.

Die letzten 7 Tage waren ziemlich aufregend für mich.

So plante ich einen spontanen, emotional dringend notwendigen Besuch bei meinen Eltern im Sauerland.

Die Hauptgedanken neben der unbändigen Vorfreude: schaffe ich es tatsächlich alleine, die knapp 400 km „nach Hause“ zu bewältigen?

Ich habe es geschafft. Ohne Pause, dank der guten Verkehrslage, prima Proviant, unterstützender Musik, zwei Beinen und zwei Armen, die sowas von perfekt mitspielten und tatsächlich erst anfingen zu meckern, als ich NRW schon seit  über einer Stunde erreichte.

Der Freitag stand unter dem Stern einer großen, großen Wiedersehensfreude. Zwischenstopp kurz vorm Sauerland. Meine langjährige Freundin Jessica und ein ebenso langjähriger Bekannter und ich sahen uns nach über 4 Jahren wieder – es war, als wäre das letzte Treffen erst eine Woche her, wunderbar!

Wir gingen essen, redeten über alles mögliche, lachten viel und es war ein unbekümmerter Tag, der zum echten Seelenstreichler wurde.

Als ich abends bei meinen Eltern ankam, spürte ich plötzlich Schmerzen im Kiefer, die sich am Nachmittag bereits ankündigten, die ich allerdings noch nicht richtig deuten konnte.

Um es abzukürzen: Ich verbrachte den Rest des Wochenendes in 2 unterschiedlichen Zahnarztpraxen und 2 Krankenhäusern, leider konnte mir Niemand helfen.

Erst ein netter, junger Arzt in einer Dortmunder Klinik verschaffte mir eine kurze Schmerzauszeit, indem er den entzündeten Hauptnerv der rechten Kieferseite lahm legte, durch eine Lokalanästhesie. Ich schrie. Ich glaube, so laut und so intensiv habe ich da letzte Mal als kleines Mädchen geschrien, weil ich Angst vor einem Kieferorthopäden hatte und diesem damals die Brille von der Nase riss.

Meine armen Eltern standen hilflos daneben. Meine Güte, das Wochenende war gänzlich anders geplant. Unverhofft kommt oft.

Sonntagmittag. Nach einer Nacht mit tatsächlich 5 Stunden Schlaf am Stück (erst um halb 4 weckten mich die pochenden Schmerzen) waren mein Vater und ich auf dem Weg nach Hamburg, er fuhr mich, bei mir ging nichts mehr.

Danke Papa!

Abends war wieder ein Level erreicht, an dem ich nur noch schreien wollte. Roman fuhr mich in eine Klinik in Hamburg – diesen Besuch hätten wir uns sparen können. Ich verstehe, dass für einen Arzt ein Nachtdienst sicherlich nicht das Schönste ist, was passieren kann. Aber „Hallo“, „Tschüß“, Augenkontakt und eine gewisse Empathie sollten doch drin sein, oder?

Montagmittag der erlösende Termin bei meiner tollen Zahnärztin.

Dienstag wurden die Schmerzen schon besser, gestern spürte ich nur noch Nebenwirkungen des Antibiotikums, heute kann ich sagen: recht gut geht’s mir, danke.

Dass sich fast zeitgleich mal wieder meine Trigeminusneuralgie zu Worte meldete ist irgendwie nicht verwunderlich. Aber ziemlich doof.

Wenngleich ich auch vermute, dass es Monate, wenn nicht sogar Jahre dauert, bis ich wieder in einem so starken, guten Zustand bin, um diese Strecke alleine abzureißen, freue ich mich ungemein auf den nächsten Sauerlandbesuch.

Zuhause!

 

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