Bruchstücke.

Nun habe ich meine erste Überweisung für einen Termin beim Logopäden in der Tasche.

Das, wovon ich dachte, es liegt weit entfernt, wird noch lange nicht so schlimm oder verflüchtigt sich wieder, hat mittlerweile einen festen, wenn auch unregelmäßigen Platz in meinem Leben gefunden.

Sprechen und Schlucken.

Beides ziemlich wichtig, finde ich.

Vor längerer Zeit begann es damit, dass ich mich immer öfter verhaspelte und nach Worten suchte; dieses berühmte Schnipsen, wenn einem was nicht einfällt oder die Worte nicht über die Lippen gehen wollen, fiel mir immer mehr an mir selbst auf.

Letztes Jahr nahmen die Sprachblockaden dann arg zu, je mehr Stress ich hatte, desto weniger fühlte ich mich in der Lage, verbal zu kommunizieren. Manchmal war es so nervig, und ich fühlte mich derart gestresst, dass ich mich über Tage einigelte und lieber Emails verfasste, anstatt zu telefonieren oder Jemanden zu treffen.

„Das hat doch Jeder mal“, bekam ich zu hören. Wortfindungsstörungen, ja. Die hat Jeder mal. Aber das Wort klar vor Augen zu haben, vor dem inneren Auge, es aber nicht aussprechen zu können, das war und ist mein Problem.

Auch das Verschlucken spielte plötzlich eine größere Rolle, als vorher. Trinken wurde teils zu einem solchen Akt, dass ich meinem Gehirn innerlich Stück für Stück erklärte, wie und DASS ich jetzt wirklich und ganz bestimmt diesen einen, kleinen Schluck Wasser in meinem Mund herunterschlucken will und muss.

Irgendwann kam eine unterschwellige Angst und Vorsicht hinzu, der Hunger verging, Trinken wurde zu einer kleinen (weiteren) Lebensaufgabe.

Wie heißt es so schön, man gewöhnt sich an alles.

Da ich aber merke, wie gut mir die Physiotherapie tut, und was ich selbst aus mir herausholen kann, dazu später noch ein Beispiel, waren mein Hausarzt und ich uns einig, dass man auch auf das Thema bezogen prophylaktisch etwas tun kann.

Bevor mir das Essen, das Trinken und meine doch so wertvollen Worte im Halse stecken bleiben…noch doller, als eh schon…nein, nein.

Ach, das Beispiel: Meine Gehstrecke beträgt an manchen, schlechten Tagen nicht mehr als 300m am Stück, ohne Pause. Was mir vor ein paar Tagen „passierte“, war ganz und gar wunderbar, es hat mich überrascht, stolz gemacht, und glücklich, und eigentlich alle schönen Gefühle in mir ausgelöst, die man fühlen kann…ich bin ganze zwei Stunden mit den geliebten Vierbeinern on tour gewesen. Zu Fuß. An einem Stück. Ohne großartige Pause.

Ich bin ein Held!

Mein eigener Held.

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2 Gedanken zu “Bruchstücke.

  1. Durch den Blog von Fee ist mein Name bin ich auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Wow, das ist schon sehr persönlich hier und dafür Danke ich Dir.

  2. und lass‘ dir bitte nicht die Freude an solchen, wirklich wunderbaren Momenten nehmen … Das ist so kostbar, du weist es 🙂 – da sind doch Komma Regeln total unwichtig.

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