Flohmarktsnachlese.

Der aufmerksame Leser weiß, welchen Flohmarkt ich meine.

Richtig: vor gut einem Monat fand auf dem Hof von Sabines verstorbenen Eltern ein sogenannter  Nachlassflohmarkt statt.

Mit Herz und Seele geplant, durchdacht und vorbereitet.

In einer Zeit, in der andere begreifen, dass ein Mensch tot ist und sich voll und ganz in ihre Trauerarbeit stürzen können, hatte Sabine mehr als beide Hände voll zu tun.

Die Arbeit, der normale Alltagswahnsinn, zwei Hunde, Familie, die Pendelei zwischen Hamburg-Lüneburg, die Vorbereitungen, das Sichten der gesammelten Werke, das Aufbereiten und Dekorieren, die Bürokratie, die ebenfalls mit einem Trauerfall nicht gerade unerheblich ins Leben tritt, und „so ganz nebenbei“ das Erfassen und Begreifen, innerhalb so kurzer Zeit noch einen Menschen verloren zu haben, die Beerdigung, der Abschied.

Neben der stressigen Zeit und der körperlichen Anstrengung und Ermüdung kam folgender Aspekt ebenfalls auf: Die ganzen, wunderschönen, sorgfältig ausgesuchten, teils liebevoll restaurierten und durchweg gepflegten Schätze waren nicht „einfach nur irgendwelche Dinge“.

Hinter den meisten Gegenständen steckt eine ganz persönliche und wertvolle Geschichte. Umso schwieriger, sich von ihnen zu trennen, sie sogar völlig fremden Händen zu überlassen.

Sabine meisterte, und das ist nicht nur meine Meinung, diese Situation großartig. Loslassen… Sie sagt, dieser Hofflohmarkt war und ist ein großes Stück Trauerarbeit.

Hier möchte ich Euch nun die Dinge zeigen, die bei Roman und mir einzogen, in die wir uns verguckten und für die besonders mein Herz plötzlich  um einiges schneller schlug.

Schaut doch selbst einmal:

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2 Holzpferde…

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…eine wunderschöne Schale…

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…ein altes Glöckchen-Spielzeug…

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…eine Reisepasshülle & eine wunderschöne, alte Holzkiste…

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…ein charmanter, sehr hübscher Koffer…

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…die 2 Katzenbilder (links), die Sabine selbst gemalt hat…

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…und die Schätzchen auf’m Gruppenfoto.

Zudem hat mir Sabine heute, was ich extrem rührend fand, einen tollen Gehstock geschenkt, in dem sich ein Regenschirm befindet. So bin ich bei Gebrauch nicht nur sicherer auf den Beinen, sondern auch gewappnet für’s eventuelle Regenwetter.

Danke 🙂

Sabine gehört zu den Menschen, die die Tabus Sterben, Tod und Trauer thematisieren und in ihren Alltag, auch gegenüber Freunden und Bekannten, einbinden und ihnen den so wichtigen Raum verschafft.

Das finde ich großartig, mutig und (ganz, ganz sicher) auch sehr heilsam.

Und noch ein Danke. Dafür, dass ich Dich auf einem Stück dieses Weges begleiten durfte und darf. Für Dein Vertrauen in einer Zeit, in der man am verletzlichsten ist, und Alles um einen herum dunkel, arg weit entfernt und wie hinter Watte scheint.

Fühl‘ Dich gedrückt, Bine!

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