Holzhammer.

Erschöpfung.

Die Nacht war kurz und fies.

Ein einziger Mensch raubt einer Handvoll Menschen Energie, Nerven und kurzzeitig sogar einen kleinen Teil der Lust am Sein und Tun.

Dass dadurch bei mir Grübeleien entstehen, die im äußersten Bereich des Zumutbaren sind, ist kein Wunder. Übe ich mich doch erst seit einiger Zeit darin, solche Energiediebe eher auf Distanz zu halten und in möglichst weit entfernten Universen lebenslänglich einzubuchten. Pech nur, wenn man sich von vornherein nicht sicher war, wie viel Distanz angebracht ist. Der Schritt geht doch noch. Och, komm‘! Ein kleines Schrittchen noch. Is‘ doch noch nicht so nah. Klar. Kleb‘.

Ein klärendes Gespräch mit einem ebenfalls betroffenen Menschen heute Nacht brachte eine gewisse, echte Erleichterung.

Das Resultat:

3 Stunden Schlaf, eine kurze Gassirunde bei 34°C, eine wackelige Heimfahrt und dann…bumm.

Von 15:00h bis 21:00h bekam ich nur mit, dass meine Hunde genauso müde waren, wie ich. Diese Hitze schafft einfach Alles und Jeden.

Übrigens: den Leuten, die Winter, Schnee und kühle Luft so sehr hassen, und jetzt Sommer, Sonne und heiße Luft so sehr hassen, und diese beiden Tatsachen täglich, stündlich und in überaus nerviger Art und Weise kundtun, drehe ich bei der nächsten bescheuerten Bemerkung die Haarwurzel um! Die dickste! Jawohl!

Wie narkotisiert schlief ich weg.

„Zählen Sie mal von 100 an rückwärts!“ Witzbold. Hundert, neunundneunz…

Wirre Träume, viele halb-wache Gedanken und einige Mückenstiche später war ich wieder „fit“.

Erste Amtshandlung im zurückeroberten Senkrechtmodus: das befriedigt grinsende Einsetzen der elektrischen Fliegenklatsche.

Die Hundis machten es derweil richtig, knackten und schnauften einfach weiter auf dem kalten Fliesenboden vor sich hin.

Der geplante Seegang wird somit auf morgen früh verlegt. Erfrischung, hey ho, ich freue mich!

Über den heutigen körperlichen Zustand, abgesehen von der Erschöpfung, schreibe ich einfach mal nicht.

Obwohl das mein Blog ist (mein Blog, mein Blog, mein Blog), scheue ich mich doch noch ab und an vor gnadenloser Ehrlichkeit, ungeschönten Details und weiteren Umdieohrenhautatsachen.

Und manchmal ist das Bloggen für mich wie der Aufenthalt in einem großen, dunklen Haus. Ich würde so gerne in einen anderen Raum gehen, weil ich weiß, dass es dort weitergeht, ich die anderen, alten Räume hinter mir lassen und nur dorthin zurück kann…muss, wenn ich das auch will.

Aber dann klemmen diese verflixten Türen so.

Olle Türen.

Ich weiß, ich weiß…die Hitze haut Jeden um.

Aber die ein oder andere Floskel, die mir heute aufgebrummt wurde, brachte mich zum Zähneknirschen. Wie schon in einem vergangenen Blog angemerkt: ich tausche gerne einmal…

Menschen wissen sich wohl manchmal einfach nicht anders zu helfen. Anstatt nichts zu sagen, wird Spruch über Spruch rausgekloppt. Mir ist klar, dass schwierige Themen nicht immer kommunizierbar sind. Viele Menschen wurden nicht so offen erzogen, wie ich. Aber trotzdem: denken manche, dass Krisen, Sterben, Tod, Schmerzen und anderes Unheil nicht weiterlebt, wenn man es nur erfolgreich aus seinem Leben verbannt, nicht darüber redet und Weltmeister im Verdrängen wird? Mir ist auch klar, dass es nicht Jedermanns Sache ist, empathisch zu sein. Wer weiß, welche frühkindlichen Erlebnisse da mitwirken, oder ob in den Köpfen noch immer die Meinung vorherrscht: wenn ich die Augen verschließe, habe ich mit diversen Probleme einfach nichts zu tun. Was ich nicht sehe, existiert nicht? Bis sich die Probleme so arg ausweiten, dass man sie schlicht und einfach nicht mehr übersehen kann.

Ja, auch ich habe da so meine Phasen. Zeiten, in denen ich keine Weißkittel, Klinikflure, Terminzettel oder Instrumentenbestecktabletts mehr sehen kann und mir vorstelle, wünsche (einbilde?), dass ich diese Menschen, Dinge nie mehr sehen muss, je länger ich mich von ihnen fernhalte.

Und dann gibt mir die Realität eine Ohrfeige vom feinsten.

Wie dem auch sei. Hauptsache, es wird gesprochen und abgeladen. Egal, wie leer diese Unterhaltungen sein mögen. Das merkt dann (leider) nur das Gegenüber. In diesem Fall war ich das.

Nerv. Schnarch. Nerv.

Was soll’s. Sollnse doch.

Ich gehe gleich schwimmen.

Juhu.

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