Klirr.

Pessimistisch war ich irgendwie schon immer.

Ja, man kann natürlich lebensfroh und fröhlich und pessimistisch zugleich sein.

Lieber pauschal das Schlimmste erwarten, und das Schönste erhoffen?

Allerdings habe ich aufgehört, mir den Stress zu machen, ewig auf der Lauer zu liegen, was oder wer wohl als nächstes passiert oder erscheint.

Aber eine Frage schwirrte vor einigen Tagen plötzlich in meinen Kopf, und seitdem ist sie einfach da. Klopft hin und wieder an, kitzelt im Ohr, will mir Zöpfchen flechten oder mir beim Abwaschen helfen. Vielleicht ist es auch mehr eine Feststellung, als eine Frage.

Ich habe das Gefühl, dass Etwas oder Jemand (es kann auch etwas Übermächtiges sein, was nicht greifbar ist), erreichen will…nee, ich formuliere das mal anders.

Warum habe ich das Gefühl, dass dieses „unkaputtbar“ sein auf mich nicht zutrifft? So GAR nicht?

Anscheinend soll ich, zumindest körperlich, völlig zerbrechen, in kleine Teile zerschmettern, immer mehr und mehr zerkleinert werden.

Wer ist nur dann zufrieden, wenn es heißt: „Nur eine kaputte Mone ist eine gute Mone“? Und: warum? Sehr dramatisch.

Die eigenen Gedanken machen Dich zu dem, was Du bist. Wann habe ich das das erste Mal gehört oder gelesen? In der 5. Klasse? Da ist ja so viel dran, und was positives Denken bewirkt, darüber bin ich mir auch im Klaren. Aber ich glaube auch, dass jeder noch so positiv denkende Mensch, ab und an ein Date mit Herrn Zweifel und Frau Sinnfrage hat.

Ich stelle mir gerade Eure Gesichter und Gedanken vor. Die Augen rollend, mir einen Vogel zeigend, schief guckend, eine Augenbraue hochziehend. „Ohjeohjeohje.“ Kann ich verstehen.

Nanana. Ich sitze ja nicht hier, blind vor Tränen, völlig am Ende, schluchzend und theatralisch die Hand an die Stirn haltend, nö.

Kakao und zwei Margarine-Quark-Schokostreusel-sowie-Rübenkraut-Toasts befinden sich zu meiner Linken und werden genüsslich verspeist.

Wie gesagt: ein Gedanke kam angeschwirrt. Wäre ja schön, wenn der auch wieder abschwirrt. Eine zufriedenstellende Antwort wäre ja noch der Oberhammer. Eventuell ist das eine Abwandlung der Suche nach dem Sinn des (meines) Lebens. Sich relativ nutzlos fühlen, das habe ich bereits in breiter, langer Ausführung hinter mir. Als das so richtig losging, mit der MS. Auch das flammt aber, wenn ich ehrlich bin, manchmal noch auf.

Dann kommen öfter die freundlich gemeinten Bemerkungen meines Umfeldes, ich sei so stark, so reflektiert und „trotz allem“ fröhlich bei der Sache, würde doch viel tun, für mich, für andere.

Ja, mal so, mal so. Oftmals verkneife ich mir Blogeinträge, wenn die Zeiten mal so richtig beschissen sind. Also…so richtig.

Warum eigentlich? Habe ich Schiss vor den Reaktionen oder Floskeln, die kommen könnten? Denke ich etwa, nur mir ginge das so, und wenn „Fremde“ dann diese Zeilen lesen, würden sie die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und rufen: „Der muss doch gehoooooooooooooooolfen werden! Die hat doch einen an der Waaaaahaaaffel!“

Keine Ahnung.

Niemand ist nur gut oder nur schlecht gelaunt. Das weiß ich ja. Ja doch!

Und wie sich die Frage nach DEM Sinn des Lebens formuliert, ist wohl auch immer unterschiedlich.

Ich entdeckte neulich auf youtube.de ein Profil einer ebenfalls MS erkrankten, jungen Frau. Sehr eindrucksvoll, sehr (sehr!) ehrlich, schonungslos, so künstlerisch und so auf den Punkt gebrachte Stimmungen einfangend, dass ich schreien wollte: „Seht her! DAS ist mit uns los!“

Die macht das einfach, ihr Ding. Und erstaunlicher Weise las ich unter keinem Video, unter keiner Zeichnung auch nur ein verletzendes, respektloses oder beleidigendes Wort.

Ehrlichkeit kann ja so einfach sein.

Und Einfachheit so ehrlich.

Gute Nacht.

*mampf*

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