3 Minuten.

Wenn Dir Deine Lunge was hustet, ich sach‘ Euch…hiermit ziehe ich meinen Hut vor den Menschen, die ihr Leben mit einer chronischen Atemwegserkrankung bewältigen.

Woche Nummer neun bricht bald an. So lange keuche, belle und krächze ich nun schon vor mich hin.

Man gewöhnt sich ja angeblich an Alles, an sowas allerdings im Leben nicht. Ich jedenfalls.

Meine Nächte, pardon…meine Schlafphasen beginnen gegen vier Uhr morgens, sobald mein Körper mir dann den absoluten Vogel zeigt, es nicht und nimmer mehr einsieht, weshalb er andauernd im Sitzen schlafen soll, und dann einfach zur Seite kippt und einschläft. Hörnchen hier, Hörnchen da. Höhö.

Wenn ich mir das so vorstelle, mich zu beobachten, wie ich plötzlich und auf der Stelle umkippend einschlafe, muss ich immer an einen bestimmten Moment denken, damals im Sportunterricht in der 8. Klasse. Wir sollten uns Medizinbälle zuwerfen. Ihr wisst schon, die Dinger, die mindestens 50 kg wiegen. Min-des-tens. Ich bildete mit Sabine ein Team. Wir warfen und warfen, und fingen und fingen, und ich warf und Sabine guckte zur Seite und es machte „Bomm!“ und Sabine kippte wie ausgeknipst um. Ups. Ehm. Nix passiert. Sorry, Sabine, falls Du das jemals lesen solltest.

Also. Vier, fünf Stunden Tiefschlaf. Dann: aufwachen, feststellen, dass der Kopf und der Rest vom Körper glühen, kurz versuchen, tief Luft zu holen und mit dem darauffolgenden Hustenanfall ganz Norddeutschland aufscheuchen. Ganz wichtig in diesen Momenten: erst einmal nicht checken, was Tante MS heute so als Frühstück präsentiert.

Bäh.

Nun denn, gestern Nachmittag stand dann das Thoraxröntgen an. Drei Minuten warten, drei Minuten durchleuchtet werden, drei Minuten (wenns hochkommt) Arztgespräch. Fand alles, wie immer, in meiner Lieblingsradiologiepraxis statt. Der Arzt meinte, er sähe auf den ersten Blick nichts allzu Schlimmes. Allzu? Ersten Blick?

Zeigte auf mein Herz. Also auf dem Röntgenbild. Irgendwie, irgendwo unter, neben, über der Herzbasis sei „was“, das könnte mit dem Knisterrasseln und dem Fieber und dem Husten zu tun haben.

Ob er einen Rat für mich hätte, was ich nun tun kann? „Zum Hausarzt gehen, bitte.“ Danke, tschüß.

Also stehen dann Besuche beim Lungenfacharzt sowie eventuell beim Kardiologen an. Erwähnte ich nicht, dass ich aktuell eine absolute Arztsperre habe?

Letzte Nacht lag ich 4 Stunden mit einem Schwedenbitterumschlag auf der Brust auf der Couch. Leicht doll angeheitert (ich trinke so oft Alkohol, wie meine Hunde Schokolade und Weintrauben fressen*), döselig und müde taperte ich dann irgendwann ins Bett, und wachte heute Vormittag recht gut gelaunt auf. Zwei Hundebeine über meinen Knien, eine Hundenase an meiner Menschennase. Schnarchend. Hach!

Da ich unsere, eigentlich wunderschönen, umliegenden Waldlandschaften nicht mehr sehen kann, ging es heute an einen ebenfalls wunderschönen See (mein See – siehe Blog „Einfach machen„) und genoss mit den Hunden das ebenfalls ebenfalls wunderschöne Wetter. Die zwei sprangen sofort ins kühle Nass, wie gerne wäre ich hinterher. Aber ein Mensch, dessen Immunsystem nie ganz auf der Höhe ist, und dessen Lunge gerade Tag und Nacht Samba tanzt (ach, jau: Dirty Dancingden hab ich gestern geguckt), sollte im Herbst eventuell nicht in einen See springen. Oder?

So begebe ich mich gleich wieder in die Hände vom bitteren Schweden, atme tief ein und aus, grinse schief, weil der Kornkräutergeruch mir zu Kopf steigt, und hoffe auf einen guten, anschließenden Schlaf.

Den ich Euch natürlich auch wünsche.

Und ein feines Wochenende.

Skøl!

* = nie!

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2 Gedanken zu “3 Minuten.

  1. wunderbar geschrieben… das macht wirklich Freude zu lesen, auch wenns Dir nicht so freudig geht. Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Gaaaanz sicher 🙂 Drück Dich Du Powerbienchen !!!! Du gehst schon richtig mit der Sache um. Natürlich gibts die Scheiss-Tage wo man nix hören und sehen will, dennoch hast meinen Respekt das Du dennoch alles so meisterst… TSCHAKKA !! Und einen guten Schlaf! (TIPP: Schäfchen zählen! Wenn Sie dann nicht mehr über den Zaun springen, sondern dagegen rennen, bist am einschlafen :-))))

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