Gastblog III | Sabine („Kleine graue Wolke“)

Der 3. Gastblog wird spendiert von einer weiteren Sabine, und zwar Sabine Volgmann. Vielen von Euch lieben Lesern ist sie mit Sicherheit schon bekannt, und zwar durch ihr großartiges Filmprojekt „Kleine graue Wolke“.

Ein ganz, ganz liebes Danke für Deine offenen Worte, Sabine. Und ich freu mich diebisch auf unseren Spaziergang 🙂

„Also, ein bisschen geehrt fühle ich mich schon, dass die liebe Mone mich in den Kreis ihrer Gastbloggerinnen aufgenommen hat 🙂

Es ist schon ein paar Tage her, seit ich gefragt wurde, und obwohl ich sofort zugesagt habe, ist mein digitales Papier bisher weiß geblieben.

Wer mich nicht kennt, kurz im Schnelldurchlauf: Vor zwei Jahren die MS Diagnose erhalten, seitdem zwei Schübe gehabt, aber bisher keine nennenswerten Beeinträchtigungen .. bis auf .. ja. Diese grauen Wolken in meinem Kopf. Der ein oder andere kennt vielleicht mein daraus entstandenes Filmprojekt „Kleine graue Wolke“.

Also. Das Papier bleibt weiß. Der Kopf ist irgendwie zu voll, die Gedanken zu leer. Ich laufe von einer Ecke meiner Wohnung in die andere und weiß nichts mit mir anzufangen. Eigentlich müsste ich dringend arbeiten. Keine Chance.

Ich erinnere mich, dass wir mal in einer Therapiegruppe für Neubetroffene von unserem Psychotherapeuten eine Liste bekommen haben, was man in solchen Phasen tun kann. Die Liste trägt den Titel „Umgang mit Stimmungsveränderungen“ und beinhaltet unter anderem folgende Aktivitäten:

Fenster putzen. Im Herbst? Lieber nicht.

Gesellschaftsspiele spielen. Mhhm .. mit wem? Niemand da.

Bügeln. Whaaat?!?

Leute beobachten. Von der Fensterbank aus? In dem Alter bin ich noch nicht..

Kuchen backen. Yumm! Aber auch nichts für jeden Tag.

Sich neu einkleiden. Wenn das so einfach wär!

Im Garten arbeiten. Würd ich ja gerne .. das Hamburger Schiet-Wetter lässt grüßen.

Tagebuch schreiben. Hah! Nichts leichter als das.

Fremdsprachen lernen. Gute Idee eigentlich. Dann kann ich mich endlich mit den zukünftigen Schwiegereltern unterhalten 😉

Mit Besuch spazieren gehen. Ohja!

Jemanden ein Kompliment machen. Liebe Mone, ich finde es großartig, was du hier auf deinem Blog schreibst und veröffentlichst. Du bist ein so starker Mensch und berührst ganz sicher sehr viele Menschen!! Weiter so!

Eine Woche, zwei Kuchen, zehn Garten-Sonnen-Stunden, ein neuer Pulli und eine erste Kroatisch-Kurs-Stunde später sitze ich also wieder vorm Rechner. Jetzt fehlt nur noch der Spaziergang mit Besuch.. vielleicht mit jemanden, der auch Hunde hat?

Immer, wenn ich diese Liste mal wieder herausholen muss, fällt mir auf, wie universell sie sein sollte. Jeder sollte so etwas am Kühlschrank hängen haben. Denn wenn man grad mal nicht so auf der Höhe ist (so geht es mir zumindest) fällt es oft schwer, irgendetwas zu finden, was einem da raus hilft. Selbst so winzig kleine Dinge, wie jemanden ein Kompliment machen oder einen Ausflug planen, können extrem erheiternd sein, auch wenn es so banal klingt.

Also, wenn es grad gut geht, schnell mal eine Liste machen mit Dingen, die einem Spaß machen (muss ja nicht jeder „Fenster putzen“ unter seinen Favoriten haben ;-)) und dann, beim nächsten Tief, einfach mal ein paar Sachen davon ausprobieren.

Als jemand, der wirklich häufig unter Stimmungsveränderungen leidet, kann ich diese Methode nur weiterempfehlen.
Übrigens, wenn ich in einem akuten kreativen Loch stecke, ist meine Lieblings-Beschäftigung von der Liste: Alleine U-Bahn fahren :)“

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