Ausbruch.

Ein Ziehen, ein Stechen, dumpf und unerklärbar.

Schaut man sich all die Jahre rückwärts an, hat sich doch eigentlich nichts verändert, und trotzdem doch eigentlich alles.

Wer oder was entscheidet, ob man sich entfernt? Von dem Trubel, von Freunden, von Orten, lieb gewonnenen Gewohnheiten, Ritualen, von sich selbst.

Durchlebt jeder Mensch in seinem Leben diesen Wandel, so dass er sich an einer bestimmten Stelle fragt:

Wieso stehe ich gerade hier?

An dem Punkt, an dem Du wichtige Gefühle einfach nicht mehr fühlst.

Fällt einem dann noch auf, dass man sich unwohl fühlt, eventuell eingeschlossen im eigenen Denken, Fühlen und Tun, ja, wäre es dann nicht an der Zeit, etwas zu ändern?

Ein Dilemma. Empfindet man doch selbst das Ungute, den Mulm, das Stehenbleiben. Hilfe von außen jedoch ist nicht so einfach, denn dieser komische, breite, schwere Balken zwischen Gehirn und Mund macht es unmöglich, die eigenen, unglücklichen Umstände genau zu kommunizieren,

Die Angst vor erneuten Hürden, neuen, schwierigen Herausforderungen, die man im schlimmsten Fall alleine bewältigen muss, winkt unübersehbar und kalt herüber.

Wer ist größer? Die Angst oder der Mut, der durch die sich unterschwellig meldende Unzufriedenheit, das Unwohlsein und das abartige Gefühl, sich seit langer Zeit im Kreis zu drehen, angestachelt wird?

Wenn der Mut siegt, heißt es Ruhe bewahren und nach vorne blicken. Ein Ziel vor Augen zu haben ist der erste Schritt, und seien es viele, kleine Etappenziele.

Warum stehe ich gerade hier?

Wenn man das herausfindet, ist die Basis vorhanden.

Obwohl wir Menschen keinen Winterschlaf halten, verschlafen wir manchmal Wochen, Monate, Jahre unseres Lebens. Wie hinter Milchglas, wie in Watte gepackt, aus welchen Gründen auch immer unfähig zu handeln, zu entscheiden, die richtige Abzweigung eines Weges zu wählen, damit der Fluss, das Leben, bunt und in Bewegung bleibt.

Das Aufwachen kann beschwerlich sein, schmerzhaft, gemein, unfair, unangenehm, unbequem.

Fragt man sich doch immer öfter, grummelnd, sauer auf sich selbst:

Warum stehe ich gerade hier?

Damit…ja, damit ich genau jetzt die richtige Entscheidung für mein Morgen sowie Übermorgen treffen kann.

Vielleicht war die Watte- und Milchglaszeit notwendig.

Wäre es möglich, dass ein früheres Erwachen noch gar keinen Sinn gemacht hätte?

Vielleicht.

 

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