Rennen.

Ich bin leer geredet.

Wollte etwas klären, ausdiskutieren, Gewissheit erlangen.

Jetzt, ja, jetzt bin ich leer geredet.

Will freundlich nachfragen, zum soundsovielten Male.

Doch sobald ich meinen Mund öffne und zu reden beginne, entlädt sich Frust, Ärger, Traurigkeit, Wut, Verzweiflung.

Oder: nichts.

Als wäre eine Kassette kaputtgespielt worden. Oder Jemand hätte einem Buch seine -staben geklaut. Eine Umprogrammierung im Kopf. Aus „nett“ mach „oll“.

Das bin doch nicht ich.

Abstand ist nötig, ich beobachte mich.

Fühle mich bewegungslos, erstarre. Will weinen, aber da löst sich nichts. Weil es noch keine Lösung gibt.

Ich kann nichts beweinen, was nicht da ist.

Wann haben wir Menschen damit aufgehört, auf unseren Bauch zu hören?

Früher, also…so ganz, ganz früher…wenn ein Säbelzahntiger vorbeikam, hat sich der Mensch auch nicht erst am Kopf gekratzt und gefragt: „Hm. Ja….so, ich, äh…LAUF ich jetzt lieber weg…? Oooder hänge ich noch schnell die Wäsche auf? Ouh, meine Fußnägel könnten auch mal wieder…“

Nee. Der rannte. Der rannte verdammt schnell. Der rannte verdammt nochmal um sein Leben.

Weil sein Bauch, der gute, ihm das eher mitteilte, als der Kopf überhaupt die Zahnräder des Grübelmühlenapparates anschmeißen konnte.

Mensch, wie oft sagst Du, wenn Etwas vermasselt scheint: „Hätte ich doch nur auf meinen Bauch gehört.“ Ja, Mensch.

Gefühle sind eh so eine Sache.

Da gibt es Menschen, die verwechseln Liebe mit Verliebtheit.

Sobald die Schmetterlinge im Bauch nicht mehr Zumba tanzen, ja…kann das dann „noch“ Liebe sein?

Was für eine Frage.

Wenn die Schmetterer sich nach drei Monaten wieder verdrücken, angenommen, was wurde dann schon erlebt? Außer dem Bettwalzer, Kinobesuchen, Briefchen schreiben, Endlostelefonieren und Anschmachten?

Ja, das war Ironie. Klar kann man in drei Monaten viel erleben. Auch viel Schlimmes, wenn man so eine Pechbacke ist, die…Ihr wisst.

Aber wann liebt man und wann wird man geliebt?

Was durchsteht man gemeinsam, bis man weiß: „Hey…hey! Der oder die da, lass ich nicht mehr gehen. Kriegt nicht nur den Schlüssel zu meinem Herzen, sondern auch zu meinem DVD-/ Schuhschrank. Sieh an. Mit dem oder der würde ich zusammen Klopapier einkaufen. Und Tampons. Und ’n Bimsstein. Oder ungeschminkt und verpickelt auf der Couch sitzen. Richtig, richtig dolle zoffen. Als erstes erzählen, welchen neuen Gehstock ich mir ausgesucht habe, welche Inkontinenzeinlagen gerade so gar nicht brauchbar sind, oder welche Stellen am Körper durch den letzten Schub nun plötzlich taub sind.“

Ja, was? Was muss passieren?

Schmetterlinge einfangen? Ne. Kannste vergessen. Die hauen irgendwann ab. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass die eine gute Arbeit leisten. Die und deren beste Freundin, die rosarote Brille.

Die zwei sorgen dafür, dass man zu Beginn die wahrscheinlich ätzendsten und größten Macken des Schnuckels nur bedingt, wenn überhaupt, wahrnimmt. Und Schnuckel so überhaupt die Chance hat, anzugreifen (zuzugreifen vielleicht auch, rch).

Und wenn Liebe entsteht, ohne Insekten im Bauch?

Ich drifte ab, der heutige Textplan war ein anderer.

Wie dem auch sei, um aus dieser Starre zu entfliehen, muss sich was ändern, muss ich was ändern.

Dieser berühmte erste Schritt, er fällt mir so schwer.

Was, wenn er falsch ist? Wenn ich die falsche Richtung einschlage? Gibt es richtig oder falsch, wenn man eh stillsteht? Zurück kann man angeblich nicht mehr, aber das sehe ich nicht so.

Man kann Dinge, die man verzapft hat, reflektiert betrachten und auch später klären, besprechen, vielleicht sogar umkehren.

Also, zurück geht. Nehme ich jetzt mal an, so.

Guter Gedanke, Mutmacher quasi. Aber vorm Zurück sollte ich mich ins Voran stürzen.

Jedenfalls gedanklich, damit muss ich mich vorerst zufrieden geben.

Der Körper macht gerade eine ausgiebigere Pause. Ist okay, er wird wissen, warum.

Aber dann…

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=c__noWWtdZg

 

 

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