Bei mir.

Eine Pause, die wünsche ich mir, die schaffe ich mir.
Müde bin ich, Schmerzen hab ich.

Stets bemüht, mit den immer größer werdenden Körperflächen klar zu kommen, die entweder von 24-h-Parästhesien geplagt, oder bereits taub sind.

Es ist immer wieder ein seltsames Gefühl, sich einzucremen, zu duschen, abzutrocknen, anzuziehen, zu kratzen und so fort und bestimmte Teile seines eigenen Körpers nur zu sehen, aber nicht mehr zu spüren.

Das Gefühl, nein…das Wissen, dass manche Menschen mich derzeit als ihr persönliches Frustventil betrachten, machte mich nachdenklich, hat mich nun aber auch sehr ruhig gestimmt.

Weil es mich bestärkt, mit meinem Leben weiterhin so offen und bewusst umzugehen, reflektiert und achtsam zu sein, zu lernen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man sich mit all seinen Problemen, Ärgernissen, Sorgen, Aufregern, Hassmenschen und und und auseinandersetzen muss, um (wieder) zu sich selbst zu finden, um ok damit zu sein, um weitermachen zu können.
Verdrängen löst nicht, es zögert nur hinaus.
Und sorgt für Stau.

Nun entschied ich für mich, die überaus unangenehme Aufgabe des Frustventils einfach abzulehnen.
Sorry, nicht mit mir.

Reden und klären: jederzeit. Über alles, keine Frage.
Aber unterschwellig zu merken, dass in anderen etwas so sehr brodelt, was nicht einmal mit mir zu tun haben muss, dass ich es irgendwann aufsauge wie ein Schwamm, um genauso zu brodeln und von der MS eine Ohrfeige nach der anderen zu kassieren – sorry, nicht mit mir.

Ebenso ist es mir vor einer Woche das erste Mal gelungen, einem lieben Menschen ein „Nein“ mitzuteilen. „Nein“ sagen, welch große Aufgabe.
Es gelang uns, auf beiden Seiten eine absolute Ehrlichkeit zu bewahren, und somit war es einfach okay.

Schwieriger gestaltet es sich, wenn Menschen, die mich „eigentlich“ aufmuntern, mehr an mich zu denken, mir mal eine Auszeit zu nehmen, mich bestärken, dass es völlig ok sei, wenn ich nicht permanent zur Verfügung stehe, es eben nicht so meinen.
Und nicht akzeptieren. Und fast täglich Rat und Tat und Aufmerksamkeit verlangen – da ein „richtiges Nein“ zu finden, fällt mir noch viel schwerer.

Weil dieses „Nein“ eine Rechtfertigung und eine erneute Erklärung meiner aktuellen Situation wäre, und ich bin (wirklich) leer geredet.

Aber auch das fügt sich, da bin ich mir sicher.

Das beste Seelenfutter ist nach wie vor das Zusammenleben mit meinen Hunden. Jeder ihrer Blicke streichelt mein Herz, jeder gemeinsame Spaziergang stärkt das Vertrauen, den Spaß, die Neugier auf neue Orte und Landschaften, jedes gemeinsame, bewusste Faulenzen bringt alle Vitalwerte in den Normalbereich. Kann man tatsächlich so verliebt sein? Ja!

Außerdem entdecke ich für mich gerade die absolute Stille, will es aushalten lernen, für einige Zeit im Alltag nichts zu tun, zu hören, zu sagen, zu lesen. Meditation? Egal, wie man es nennen will, es tut gut. So schaffe ich mir Ruheinseln und Energietankstellen.

Bis dahin achte ich besonders auf die Signale meines Körpers.
Der entgiftet nämlich zur Zeit meine Seele.

 

„Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten,
bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben“.
(Indianische Weisheit)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s