Sonne und Sinne.

Nach längerer Auszeit überfiel mich nun doch mal wieder die Lust, zu schreiben.

Der Frühling, der sich so herrlich blicken ließ, formt sich gerade wieder zu einem ungemütlichen Herbst-Winter-Gemisch. Als ich heute in Shirt und dünner Jacke aus der Tür ging, drehte ich auf dem Absatz wieder um, um mich umzuziehen.

Komm ruhig wieder, Du verfrühter Frühling.

Unser Garten ist jedenfalls bereit für Bienchen, Schmetterling & Co..

Stiefmütterchen, Primeln und andere Farbenzauber zieren das kleine Reich da draußen vor der Haustür, die Solarleuchten haben endlich wieder genug Zeit, um tagsüber Licht zu tanken und abends zu strahlen. Die Terrasse ist gesäubert und die Sitzmöbel stehen parat.

Ich sauge Sonne und frische Luft ein, ich inhaliere förmlich das neue Helle, welches das alte Grau in die Vergangenheit verfrachtet.

Einige Tage der letzten Zeit verbrachte ich mit meiner Familie und „alten“ Freunden. Die Hunde fehlten so sehr, keine Frage. Schon am zweiten Tag hätte ich jedem Passanten, den ich mit Fellnase erblickte, die Leine aus der Hand reißen können.

Jedoch war es auch ein wirkliches Durchatmen. Der Besuch am Grab meiner Oma; wie lange stand ich da und hielt einen gedanklichen, erhofften Dialog mit ihr, die Sonne knallte so sehr an diesem Tag, dass meine Haare richtig heiß waren, als ich den Friedhof verließ. Ich roch den alten Kirschbaum.

Das Treffen mit lieben Menschen, mal wieder feststellen zu dürfen, dass Entfernung, Sendepausen und zwei völlig unterschiedliche Leben keineswegs die Sympathie füreinander aus der Balance bringen, war großartig.

Es war SO schön.

Als ich in einer Nacht sehr spät (bzw. sehr früh) nach Hause fuhr, in der der Himmel so sternenklar war, dass ich das Gefühl hatte, ich könnte durch ihn hindurch sehen, schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Müsste ich jetzt gehen, es wäre okay. Ich bin glücklich.

Solche sinnlichen, lustigen, tiefsinnigen, abwechslungsreichen Tage habe ich sehr lange nicht mehr erlebt.

Das bewusste Verlassen eines Alltages macht nicht nur für gesunde Menschen Sinn, ich glaube, gerade Kranke blühen auf, wenn sie die eigenen 4 Wände temporär verlassen können – und das muss weder Urlaub, Party noch ein aufregender Kirmesbesuch sein. Wobei: Jedem das Seine.

Wichtig ist das „Andere“, vielleicht auch etwas zu tun, zuzulassen, um wieder mehr bei sich selbst zu landen, sich zu fühlen. (Danke, M.)

Kleine Veränderungen können Großes bewirken, ich fühle mich seitdem wacher und bewusster, irgendwie wohler.

Tante MS zeigte sich eine Zeit lang recht gnädig, jedoch machen mir seit ein paar Tagen heftiger werdende Parästhesien, Schmerzen und zeitweise Krämpfe zu schaffen.

Die Fatigue kennt kein Halten, und ich versuche tapfer, ihr nicht völlig zu unterliegen – allerdings gestehe ich mir nach Elbspaziergängen (im Mone-Tempo) wie heute auch nach wie vor eine richtige Schlafpause zu, sonst würde ich im Stehen einschlafen. 4 Stunden ON, 2 Stunden OFF.

Auf meinem Terminzettel für die nächsten Wochen steht unbedingt der Augenarzt…mh.

Komische Grübeleien, wie diverse Wörter nun geschrieben werden, empfinde ich als schlimm. Sie werden mehr und dauern länger an.

Vielleicht sollte ich wieder mehr lesen, allerdings fehlt mir aktuell die Lust, was ich in dieser Form überhaupt nicht von mir kenne.

Wandel nach Wandel nach Wandel.

Bis bald.

 

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