Einhändig.

Mal wieder eine dieser Situationen, die mich völlig an meine Grenzen bringt.

Ich habe viele Grenzen, das hätte ich so gar nicht gedacht. Und wie viele von ihnen ich bereits überschritten habe, im positiven Sinne, das hätte ich erst recht nicht gedacht.

Als Kind erlebt man ja diese oder jene Dinge, die scheiße sind, aus denen man dann aber lernt. Beispiel? Finger auf heißer Herdplatte = aua, verdammt!

Passierte mir nie, aber irgendwie dachte da wohl wer, es sei jetzt an der Zeit.

Also spazierte Simone vorhin in die Küche, und legte ihre rechten Finger auf eine noch heiße Herdplatte, die aber nicht mehr leuchtete. Aua, verdammt!

So schreibe ich den ersten Blog meines Lebens einhändig, mit links.

Die totale Motivation und Euphorie aus dem letzten Text ist leicht verflogen; es folgte eine niederschmetternde Zeit, die mich zwang, mir mal wieder eine Auszeit zu nehmen. Ich stand diesmal in der Tat kurz vor einem Zusammenbruch, packte Hunde, das Nötigste und mich ein, und kam ein paar Tage bei meiner Familie unter.

Zukunftsängste, ein Mensch, der nicht über Probleme reden kann und somit auch nicht dazu beiträgt, eine gemeinsame Lösung zu finden; das alles ist schwierig und löste in Sachen Tante MS so einiges aus.

Ich durchlebte ein wahres Wechselbad verschiedenster Emotionen, hatte Fieberschübe noch und nöcher, innerhalb einer Stunde nach Ankunft bei meinen Lieben trat eine fiese Fußheberschwäche auf und mein Gesicht war total taub.

Die Trigeminusneuralgie feuerte unterschwellig aber fleißig mit. Ich wollte mich nur noch verkriechen, einbuddeln, unsichtbar machen.

Aber: den Knopf, der mich eventuell tatsächlich irgendwo hin befördert hätte, wo ich einige Zeit nichts mehr „zu tun und zu suchen“ hätte, versteckten meine Hunde perfekt. Zum Glück.

Denn diese Auszeit sollte für mich nicht heißen, entscheidungsunfähig zu werden. Eher wollte ich Kraft tanken, einen klaren Kopf bekommen, meine Emotionen zusammen sammeln, sie ordnen, mir klar darüber werden, WAS sie bedeuten, was sie für MICH bedeuten, wie es weitergeht.

Ebenso gibt es ein paar so herzensgute Menschenwesen in meinem Leben, die einfach immer da sind. Immer Worte finden, und seien es nur diese drei: „Ich bin da.“ Weinen dürfen, das tat besondern gut. Es gelang mir nicht in dem Ausmaß, dass ich es als völlig lösend und reinigend empfand; noch nicht.

Aber diese erneute Verbrennung heute, die drückte diesen einen Knopf. Ich heulte mir die Seele aus dem Leib. Ein negativ-positiver Schlüsselreiz also.

Wieder eine Grenze überschritten, von der ich dachte, ich würde sie niemals auch nur annähernd erreichen.

Ich schrieb mal darüber, was es bedeutet, mutig zu sein.

Gehört dazu nicht auch Tapferkeit? Situationen aushalten, sie nicht unterdrücken, umgehen oder ignorieren, sondern sich ihnen stellen und immer, immer und immer wieder das Schöne in ihnen finden und festhalten. Einschließen. In eine gedankliche Schatulle in die ich stets greifen und mir diese Erlebnisse herausnehmen kann, um mein Selbstwertgefühl und meinen auch immer mal wieder kleiner werdenden Mut mit positiver Energie zu füttern.

Vorhin bestellte ich voller Hoffnung und Zuversicht etwas beim Universum. Wir stehen in gutem Kontakt, ich lerne gerade sehr intensiv, mir Dinge auch einfach mal wünschen zu dürfen, und diese Wünsche dann, nachdem ich sie abschicke, voller Vertrauen ziehen und ruhen zu lassen.

Meine erste Bestellung war übrigens ein besonders schöner Kronkorken, den ich an meinem Lieblingsstrand hier in der Nähe finden wollte. Und? Ich fand ihn.

Danke, sage ich, tippe ich.

Einhändig, verheult.

Und tapfer.

 

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Ein Gedanke zu “Einhändig.

  1. Liebe Mone,
    Du bist aber wahrlich tapfer, und ich lese das gerade voller Bewunderung, wie du durch ein Jammertäler gehst und dabei nicht vergisst wohin Du unterwegs bist.
    Ich schicke Dir ganz viele liebe Gedanken und hoffe Dein Finger …tut bald nicht mehr so weh!
    Julia

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