All die Jahre.

Manchmal lernt man Menschen kennen, ohne ihnen auch nur einmal richtig zu begegnen.

Einige meiner Texte widmete ich bereits Menschen, die mir viel bedeuten, die ich liebe, die ich schätze.

Dies wird solch ein Text.

Vor mehr als zehn Jahren trafen wir uns auf einer Plattform für Menschen mit Vorlieben für Tattoos und Piercings, die Sympathie war auf Anhieb angeknipst und erlosch bis heute nicht.

Als ich 2008 in den hohen Norden zog, freuten wir uns beide – endlich steht uns weniger Entfernung im Wege, um uns endlich mal zu treffen.

Pustekuchen. Nicht einmal 50 km trennten uns die ganze Zeit, aber wer auch immer an diesem Entscheidungsrädchen drehte, es sollte nicht sein.

Bis vor einigen Wochen.

Fremdeln? Betretene Stille? Komisch unangenehmes Umhergucken? Nix.

Alles gut, alles gut.

Herzenswärme überlebt auch einen 10 Jahre langen Emailkontakt – das lernte ich daraus. Und wird durch selbigen keineswegs geschwächt, im Gegenteil.

Nun haben wir schon ein paar Tage miteinander verbracht. Die erste Begegnung mit Kolja und Pedro war toll, fanden Dich die zwei doch direkt „Bombe“ – die laufen nicht bei jedem fremden Menschen so fröhlich an der Leine mit, nein, wirklich nicht.

Unser Ding scheint der Strand zu sein, so saßen wir heute, nach einer ausgiebigen Schlemmerei, einige Stunden im Strandkorb. Freier Blick auf zwei Männeroberkörper, die zum Glück sehr bald eine Volleyballpause einlegten, und wir die uneingeschränkte Aussicht auf das Meer genossen.

Reden, lachen, nachdenken, mitfühlen. Kann man tatsächlich zweimal zehn Jahre aufholen, wenn man sie nicht richtig miteinander erlebte? So bunt und lebendig, dass man eine wahrhaftig abenteuerliche Zeitreise mit einem fremden, aber eben doch nicht fremden Menschen durchlebt.

Da ist noch etwas. Durch Deinen Mut und eine mehr als aufrichtige Nachricht an mich hat sich vor einigen Monaten eine wirklich ausschlaggebende Wende in meinem Leben eingestellt. Anfangs schmerzhaft, öffnete sie mir die Augen und machte mir klar, woran ich in einer privaten Angelegenheit eigentlich bin.

Der Schmerz ist überstanden, natürlich schauen da direkt Nachfolger um die Ecke. Mit Teufelshörnern, blutroten Augen und spitzen, gelben Zähnen stehen sie scharrend nicht nur vor meiner, sondern auch vor Deiner Tür.

Das kriegen wir hin, wäre doch gelacht. Dieses entspannte und zugleich intensive Zusammensein welches wir erleben, wenn wir uns unsere Zeit nehmen, es tut so gut. Ich bin mir sicher, es wird weitere Pausen geben, so ist das Leben nun einmal. Aber ich glaube nicht, dass diese Pausen erneut eine Länge von über zehn Jahren haben. Und selbst wenn: Strandkorb Nummer 72 steht Tag und Nacht für uns bereit.

Danke, Bibi.

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