Donner.

Ja, mich gibt es noch. Diesen Blog ebenso, und aktuell könnte ich ihn füllen mit Stoff, der für das restliche Jahr reichen könnte. Umbruch – das Wort kann Euch gut meine jetzige Situation beschreiben.

Manchmal passieren kleine, mittelschwere oder große Katastrophen in so einem Leben.

Während es gestern donnerte und blitzte, ein Regen vom Himmel fiel, der an einen Monsun erinnerte, geschah das gleiche mit und bei mir.

Und zwar in einer solchen Intensität, mit einer solchen Wucht und derart unvorbereitet, dass ich danach eine ganze Weile nur da saß und sacken ließ.

Die Nacht verlief schlaflos, irgendwann nach sechs nickte ich für eine kleine Weile ein.

Am Tag danach schaut die Welt schon wieder anders aus. Nein, nein. Dieser Spruch ist genauso zweckentfremdet, wie dass die Hoffnung zuletzt stirbt, oder der wahrhaftige dicke Pelz vor äußeren Angriffen schützt, wie ein goldener Zaubermantel aus einem Kinderfilm.

Dieses Donnerwetter, diese Verletzung brachte vieles ins Rollen. Kennt Ihr diese Momente, in denen man schlagartig merkt, wie blind man in der letzten Zeit war? Wie honigsüß die angebliche, oberflächliche Wahrheit doch war, von der man jeden Tag ein bloß nicht zu großes Stück abknabberte, um nicht an den Kern (die wirkliche Wahrheit) zu gelangen und plötzlich zu merken, woran man ist?

Meine MS bedankte sich wohl, auch aufgrund anderer Ereignisse, mit einer Schmerzspitze und einer unwahrscheinlichen Steigerung meiner Parästhesien. Diese Schmerzspitze war zum Weglaufen. Und das tat ich. Aber im positiven Sinne.

Man kann Dinge nur in Bewegung setzen, wenn man sich selbst bewegt. Dann ist die Chance, ungewollte Kameraden wie die Schmerzen, am ehesten auch mal von hinten zu sehen. Oder zumindest mit genügendem Abstand, einer gesunden Distanz.

Diese Stärke, die ich in mir entdecke, während ebensolche, mittelschweren Katastrophen wie und mit Regen und Donner vom Himmel plumpsen und sagen: „Aufwachen! Jetzt!“ Diese Stärke motiviert mich. Und auch, wenn ich so genervt von diesen so lieb gemeinten Sätzen bin, wie stark ich doch sei…gestern war ich es, heute Nacht ebenso, heute um einiges mehr.

Was nun gefragt ist, ist die Tapferkeit und der Mut. Tapfer sein, Kapitel endgültig und mit einem prall gefüllten Körbchen Selbstbewusstsein zu schließen, vorher abzuhaken und sie zu verarbeiten.

Der weitere Weg kennt ja so oder so keinen Garantieschein und lässt sich auch nicht bedrohen, mit Sätzen wie: „Wenn Du nicht….dann!“ Nein, das nicht.

Aber er lässt sich gehen und gestalten.

Und egal, wie weit ich komme, alles ist besser, als in einem Unwetter stecken zu bleiben, das mich klein werden lässt, wie ein Sandkorn.

Aufgewacht.

 

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