Wenn einer geht.

Vor elf Tagen änderte sich mein Leben.

Mal wieder.

Jemand, der über Jahre mich, die Hunde und meine Familie als seine Familie bezeichnete und ansah, ging.

Ich war kurz weg, wir verabschiedeten uns noch halbwegs freundlich. Als ich zurück kam, war Niemand mehr da. Und ist es bis heute nicht. Da.

Was hätte ich ahnen, spüren können, was habe ich verpasst? Diese Fragen frage ich mich Tag und Nacht.

Wenn man erfährt, dass ein Großteil von dem, was angeblich war, eine große Lüge ist, bricht etwas in einem zusammen, das man nicht in simple Worte fassen kann.

Das ist nicht dieser typische Liebeskummer oder die Angst davor, allein zu sein. Das kann ich gut, und das genieße ich. Es kehrt Ruhe ein, Stille, fast eine Art Frieden, den ich über eine lange Zeit nicht mehr so gespürt habe.

Aber es ist ein Kummer, der schmerzt. Er zeigt mir, dass ich nach wie vor jedem Menschen nur vor den Kopf schauen kann. Ein bislang gesundes Misstrauen wächst zu einem ungesunden, massiven Vertrauensproblem heran. Das ist normal, jetzt gerade. Und es ist ok.

Durch das Fehlen eines Menschen wurde ich in die Situation katapultiert, eigentlich sogar gezwungen, mich selbst endlich wieder zu finden. Zu sehen. Runter zu kommen und an mich zu denken.

Und ich merke, dass so vieles möglich ist, was ich mir lange nicht zugetraut habe. Ich bin vorsichtig und achtsam, aber ich mache einfach. Das ist wie mit dem Schwimmen. Ufer verlassen und bewegen. Bitte.

Das wiederum macht mich müde. Aber auch das ist normal.

Ich bin noch viel schneller erschöpft und verlange meine Ruhe intensiver, als vor dem besagten Tag.

Jedoch habe ich nun meinen eigenen Tag, meinen Tagesablauf, ohne Bauchschmerzen auf das bezogen, was wohl am späten Nachmittag oder am frühen Abend passiert, welche Diskussionen wieder stattfinden.

Krafttiere gesellen sich in mein Leben, Pflanzen wachsen schneller und blühen kräftiger, meine Hunde schlafen plötzlich morgens länger, sind entspannter und ausgeglichener. Gleichzeitig streiche ich sehr bestärkt Menschen aus meinem Leben, die so viele Probleme mit sich selbst zu haben scheinen, sich mit diesen nicht auseinandersetzen und aus dem daraus resultierenden Frust andere nieder machen und beleidigen müssen, wollen. Auf erfundenen Tatsachen herumtrampeln und diese verbreiten, nur um stupide und kurzlebige „Aaaah!“s und „Ooooooh!“s zu ernten. Wie auch immer. Das geht nicht, das will ich nicht. Und solche Energieräuber werden rausgeschmissen.

Es scheint so, als sei das, was nun ist, richtig zu sein. In aller Traurigkeit, in aller Trauer, in all diesen Emotionen, die geordnet werden müssen.

Wenn einer geht…

Komme ich nun endlich mal zur Ruhe?

Das ist mein Wunsch.

Das wird so sein.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Wenn einer geht.

  1. Pingback: thanx for sharing | julia raeumt auf

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s