Leute gibt’s.

Arschlöcher haben es leichter.

Ja, das ist meine Meinung. Und eigentlich gut zu wissen, ob man solch ein Arschloch vor sich hat, oder nicht. Wissen, woran man ist, ist gut, oder?

Bei einem Arschloch geht man von vornherein davon aus, dass man in gewissen Diskussionen (sollten die überhaupt stattfinden), Lebenslagen und Alltagssituationen eher schlechte Karten hat, was Empathie und Aufmerksamkeit betrifft.

Von mir wird, auch wenn ich Menschen „frisch“ kennen lerne, meist behauptet, ich sei so unwahrscheinlich lieb.

Ja, wenn man eine meiner „guten“ Seiten aufzählen möchte, würde ich zustimmen. Ich kann aber auch echt unlieb – allerdings ohne Arschlochgen. Und genau das macht für mich einen Unterschied.

Schwierig wird es mit den guten Seiten, wenn ich mal nicht so will oder nicht die gleichen Meinungen teile, wie meine Mitmenschen. Das erwarten so einige nämlich nicht. Ja und amen sagen, das wird erwartet. Ist man doch so nett. Und lieb. Und so.

Im Ernst jetzt, trau Dich mal, als lieber Mensch, nicht auf Lästereien einzugehen. Trau Dich mal, als lieber Mensch, einen richtig miesen Tag zu haben, an dem Du keine Lust auf Telefonate etc. hast. Oder fünf, oder zehn. Fordere mal eine längere. absolute Kontaktsperre zu Deinen Gunsten ein. Oha. Trau Dich mal, als lieber Mensch, stur und drastisch bei Deiner Meinung zu bleiben, und nicht Jemand anderem nach dessen Mund zu reden, zu flöten.

Da tanzt aber der Bär, da steppt der aber, der Bär.

Sei es, dass Du plötzlich bei Whatsapp und Facebook gelöscht oder gar blockiert wirst, weil Du Dich z.B. wagst, Jemandem mitzuteilen, dass man als Hundemensch TROTZ Grippe, Schub oder Oberlippenherpes einige Male am Tag mit den Fellmäusen an die Luft gehst. Erst kürzlich erlebt – ein Mensch, der gar keine Hunde hat, wollte gerade damit anfangen, mit einen Vortrag zu halten, wie viel Auslauf meine Tiere brauchen. Soviel wie ich unterwegs bin, das müsste doch gar nicht…und wie viel Futter…äh…wieso? Wozu? Das sind so bodenlose Diskussionen, die doch von Anfang an dazu verdammt sind, ziemlich blöde zu enden. Für mindestens eine Gesprächspartei.

Wie endete es hier? Ich geigte der Person ziemlich klar und bestimmt meine Meinung, als ich merkte, das sture Besserwissen hört einfach nicht auf. Und meine Argumente wurden einfach überhört und ignoriert. Zack, einen fb-„Freund“ weniger. Manchmal mistet es sich auch ganz von selbst aus.

Das Umlenken von eigenen Defiziten auf andere, die in der gleichen Thematik vielleicht gar keine haben, ist auch recht beliebt. Aber so sinnlos, irgendwie.

Oder sei es, dass Du Dich mit Jemandem nach längerer Zeit aussprichst und verträgst, das wiederum aber einem Dritten so gar, gar, gar nicht in den Kram passt – Shitstorm und Co. ahoi.

Es ist fast schon, wäre es nicht so tragisch, zum Weglachen.

Kindergarten? Nee, ich glaube, selbst Kinder regeln das schon viel effektiver. Ehrlicher auf jeden Fall.

Ja, es wird mir immer wieder auf’s Neue bewusst, wie unsagbar wertvoll Menschen sind, die nicht nur so tun, als seien sie tolerant, empathisch und offen für andere Weltanschauungen. Sondern es einfach und wirklich sind.

Die mir keine stundenlangen Vorträge darüber halten, wie bescheuert XY ist – obwohl XY doch mit mir befreundet ist. Merkst Du was?

Die mir keine stundenlangen Vorträge darüber halten, dass ich, als chronisch Kranke, doch auch nach außen so wirken muss, um kongruent zu sein. Merkst Du was?

Wie respektlos und dreist, wie schmerzfrei ist es, gegen Menschen innerhalb ihres Freundeskreises zu hetzen.

Wie respektlos und dreist, wie schmerzfrei ist es, Jemandem vorzuschreiben, wie er mit seinem eigenen Schicksal umzugehen hat.

Ja, solche Leute gibt es. Zu genüge.

Und es NERVT einfach nur noch.

Und mir scheint, als sei 2014 nicht nur dazu da, für mich, um gegenständlich aufzuräumen und auszumisten. Um wieder klar zu sehen und den Blick nach vorne zu behalten oder wieder zu erlangen, ist es wohl manchmal nötig, kleinen und großen Schrott aus dem Weg zu räumen.

Und die eigene Resilienz 1:1 auf andere, völlig anders tickende Menschen übertragen zu wollen, ist für mich purer, großer Psychoschrott.

Da wurde mir gesagt, von Jemanden, der bei einem Schnupfen schon für nichts mehr zu gebrauchen ist, dass es doch unnatürlich (?) sei, wie so manche schwer kranke Menschen noch über dies oder jenes lachen können.

Klar, ein Schnupfen ist extrem nervig, das will ich hier gar nicht negieren. Aber jeder, wirklich jeder von uns hat seine, persönliche Schmerzgrenze, Toleranzschwelle.

Irgendwie kommt mir gerade mein „Fremdschämen“-Blog in den Kopf.

Ich miste aus, nach wie vor.

Und so manch ein fieser, unempathischer, schrottiger Mensch könnte fast froh sein, dass das Umfeld, welches meint, bei diesem schrottigen Menschen sei alles, was glänzt, auch wirklich Gold, bisher nicht hinter die Fassade geschaut hat. Da würde so manch ein mühsam aufgebautes aber gezinktes Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Da lobe ich mir total frech meinen ehrlichen, (meist) humorvollen und mit Sicherheit nicht immer einfachen, aber respektvollen Umgang mit meinem Schicksal.

Und anderen Schicksalen.

Was bringt es einem, andere zu täuschen und zu hintergehen? Teilweise über Jahre, Jahrzehnte?

Es liegt mir einfach nicht, anderen einen Strick zu drehen, sorry, da bin ich ein echter Spielverderber.

Denn jeder, wirklich jeder, ist sein eigener Profi – doch und gerade in Lebenskrisen.

Eine Bekannte sagte letztens so treffend, als wir uns über dieses Thema unterhielten: „Ich verstehe es einfach nicht, warum manche Menschen gerne böse sind.“

Eigentlich sagt das all das aus, was ich hier halb müde, halb genervt von der Tastatur tippe.

Und, egal wie kitschig das nun klingt: ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die ihre eigenen Probleme, ihren eigenen, unsagbar großen Frust und die Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Leben auf andere übertragen und somit die eigene Taschenuhr aufpolieren, während die des Gegenübers langsam aber sicher beginnt zu rosten, sich einfach mal Hilfe suchen.

Sich seelisch derart nackig machen, dass es weh tut und so vielleicht Stück für Stück zu sich selbst finden und am Ende auch anderen respektvoller begegnen können.

Denn nur dann, wenn man bei sich ist und bleibt, kann man auch mal aus der Haut fahren – konstruktiv und offen.

Und dann einfach zu sich zurückkehren.

Auch, wenn die eigene Facebookfreundesliste ab und an kürzer wird. Ein echter Blick ist eh schöner, als ein geklicktes Like.

Motzblog Ende.

 

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