Heute ein König. Und morgen auch.

Ja, man liest und hört es jedes Jahr auf’s Neue:

es ist Herbst, und der weiß ganz genau, wie es geht.

Altes muss gehen, damit Neues entstehen kann. Die Bäume lassen die Blätter fallen.

Was lässt Du fallen? Was lässt Du gehen, ziehen? Was hälst Du, vielleicht unbewusst, fest, obwohl es sich bereits von Dir entfernt hat?

Seit Anfang letzten Jahres darf ich mit einem ganz besonderen Kreis von Menschen erfahren, was es heißt, für das Wesentliche sensibilisiert zu sein und zu werden, ohne das Komplexe aus den Augen zu verlieren. Und andersherum.

Ich hinterfrage Dinge anders, ich werde immer vorurteilsfreier und offener, neugieriger dafür und darauf, wie andere Menschen mit unterschiedlichen Lebenssituationen umgehen oder dies gerade lernen.

Wie man in allem Schlechten, in jeglichen Katastrophen und scheinbar aussichtslosen Momenten Wertvolles, Gutes und Schönes findet.

Dieser so leicht dahingesagte Satz „Nichts ist für immer“, hat für mich eine ganz neue Qualität bekommen.

Wenn ich pfeifend durch den Wald spaziere, mir die Pilze und Blätter ansehe, weiß ich, dass dieser Pfiff nie wieder so ertönen wird, wie gerade. Dass Pilze und Blätter in einiger Zeit einfach weg sind, und niemals wieder genau ein solcher Pilz oder genau ein solches Blatt dort stehen oder liegen wird. Jedenfalls weg aus meinem Sichtfeld. Wird Alles wieder Eins, damit daraufhin wieder verschiedenes Neues entsteht?

Obwohl ich den Gedanken, dass man jeden Tag so leben sollte, als wäre es der letzte, vom Sinn her wirklich richtig wichtig finde, stelle ich es mir arg schwierig und auch stressig vor.

Aber was kann man für sich, ganz persönlich, aus diesem Satz mitnehmen, es sich leicht und nicht so stressig gestalten, Momente wirklich zu erleben?

Der Herbst hatte für mich immer einen ganz besonderen Geschmack, schon als Kind atmete ich tiefer durch und sah mir alles, was draußen vor der Haustür geschah, viel intensiver an.

Die frühe Dunkelheit, die den (im Sommer noch strahlenden) Nachmittag gerade zur Nacht macht, empfinde ich dieses Jahr nicht mehr so gruselig-erdrückend, wie noch im letzten Jahr.

Eine Sache des Blickwinkels?

Vielleicht erwarten wir in Zeiten der Grübelei, der Sorgen und des Kummers immer einen Ozeanriesen, der angeschippert kommt, um uns fluchtartig, also schnell und ohne Umwege ans rettende Festland zu bringen.

Es reicht oft auch eine Nussschale, die uns erst einmal dabei hilft, in Ruhe zur nächsten, vielleicht auch klitzekleinen Insel zu gelangen. Um durchzuatmen. Und sich die Sachen, einfach alles Wesentliche, sowie alles Komplexe, ganz genau anzuschauen.

Bequemlichkeit vergrößert zwar unsere Komfortzone, aber nimmt sie uns nicht auch die Möglichkeit, lösungsorientierter und eigenverantwortlicher zu denken und zu handeln?

Alles kommt zur rechten Zeit, ich wartete auch schon häufig auf den schwimmenden Riesen, um mich möglichst schnell von diversen Problemen davonzustehlen. Allerdings holten die mich ein, in großen oder kleinen Häppchen, nach kurzer oder längerer Zeit. Und am Ende winkten sie somit zweimal herüber und buhlten um Aufmerksamkeit.

Egal, wohin man in welcher Geschwindigkeit reist, es folgt nicht nur das schöne Leben.

Aber trotzdem können wir rufen: „Her damit!  Her mit dem schönen Leben!“

Alles eine Sache des Blickwinkels, der Reisemittel, der Geschwindigkeit.

Und der Menschen, der besonderen Menschen, die uns dabei begleiten.

Danke, Ihr Königinnen.

 

 

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