Zum Greifen nah.

Was für ein Gefühl, wenn Wünsche Wirklichkeit werden.

Seit so vielen Jahren hegen meine Eltern den Wunsch, in den hohen Norden zu ziehen um dort ihr Leben zu verbringen.

2008 machte ich den ersten Schritt und „ging schon mal vor“.

Nun sind es noch ein paar Atemzüge, ein paar Wimperschläge, ein paar zu streichende Wände und ein paar Nächte in der alten Umgebung bis wir unser Projekt „Mehrgenerationenhaus“ zum Leben erwecken.

Es herrscht Vorfreude hoch zehn, Anspannung hoch neun und es macht tierischen Spaß, Pläne zu schmieden und umzusetzen, damit wir es uns schön, einfach schön machen, dort im neuen Nest.

Heute kamen meine Eltern aus dem Sauerland zu Besuch.

Wir fuhren mit den Hundis an den Elbstrand, Sonne und Sand auf der Haut, gute Gedanken im Kopf und Hunger im Bauch, um danach gemeinsam und gemütlich mit Roman italienische Leckereien zu verdrücken.

Es passiert gerade so unglaublich viel.

Ich liebe meinen Job, ich bin so unendlich dankbar für diese Möglichkeit und die Menschen, die ich kennenlernen und begleiten darf.

Bald, nach einem Jahr Insel-Abstinenz, bin ich wieder auf „meiner“ geliebten Auszeitinsel. Freue mich wie ein kleines Mädchen kurz vor der Bescherung an Weihnachten, rieche die Nordseeluft, spüre dieses ganz bestimmte, einzigartige Gefühl, auf der Fähre zu sein und den Alltag mithilfe des Meeres an Land zu lassen und in dieser unfassbar schönen Landschaft und Weite neue Energie zu tanken.

Da ist alles bei, von A bis Z.  Alles ist bunt, und so schön lebhaft und schlimm und grau. Das Gefühl des Stillstandes, welches ich so sehr lange in mir trug, ist weg. Jede Ecke bewegt sich, überall gibt es etwas zu tun, und gleichzeitig schaffe ich für mich die so wichtigen Auszeiten.

Nicht zuletzt auch wegen oder durch oder dank Tante MS.

Einiges ist sehr wohl schlimmer geworden, in den letzten Monaten.

Meine Schmerzen sind erträglich, ich bin gut eingestellt und leiste diesbezüglich viel Kopfarbeit, um mich zu arrangieren. Aber meine Augen machen mir Sorgen, die Missempfindungen wandern merklich und beschlagnahmen größere Bereiche meines Körpers. Meine Schluckblockade beim Trinken, die ich seit einigen Jahren habe, wird stärker. Ich muss meinem Kopf, wenn ich eine Flüssigkeit runterschlucken will, förmlich zurufen, „Jetzt! Runter damit!“. Das nervt, gerade wenn ich bei diesem Wetter mal Heißdurst habe, und das VERschlucken ist einfach nur furchtbar.

Hier und da wanke ich so arg, dass ich fast denke, ich stünde auf einem Schiff auf hoher See – ja, die Hitze bzw. diese schwüle, drückende Luft hat da viel mit zu tun.

Kühlt es ab, ist diese Gangunsicherheit nicht mehr so penetrant, wenn auch noch vorhanden.

Das alles ist los.

Oder lose?

Wie auch immer, ich kann mich glücklich schätzen, so viele wortwörtliche HALTestellen zu haben und um mich zu wissen. Selbst wenn ich das Gefühl habe, den Boden unter den Füßen verlieren zu können, weiß ich, wo und wie ich diesen zügig wiederfinde.

Ich fühle mich gebraucht, ich gebe meinen Gedanken Raum und Platz zum Atmen. Es darf einfach alles sein. Soweit bin ich.

Und ich nehme die MS natürlich mit, da muss sie durch.

Das meistert sie ganz gut.

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