Federleicht.

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Wie oft in den letzten Wochen hielt ich mir diesen Satz vor Augen, verinnerlichte ihn, dachte übers Denken nach und darüber, welche Situationen ich mir durch meine Gedanken backe und baue.

Nee, einfach ist das nicht. Positiver Vorreiter der Mache zu sein und alles, was die Grübelkarusselle produzieren, so zu gestalten, dass der Bauch so wenig wie möglich zwickt und zwackt.

Einmischen ist so ein Thema. Vor allem gedanklich. Sich, mich, aufregen über Ignoranz, Lügen und Arroganz.

Andere Meinungen sind andere Meinungen. Tatsachenverdrehungen sind kacke.

Ich will bei mir bleiben, in all der Offenheit und Akzeptanz. Will mich nicht in diesen oft dunklen Dunst einpacken lassen und selber einpacken, wenn er aufzieht. Sondern den Kopf nach oben recken, Licht sehen und tief einatmen. Und zwar die klare Luft, die gute.

So leicht ist das gesagt, so leicht klingt es: Sei im Hier und Jetzt.

Ich kenne da zwei Typen, denen gelingt das in höchster Perfektion. Diese Typen sind meine Hunde.

Es regnet? Macht doch nix. Der Regen schlackert die Erde auf, und so kann man noch mehr schnüffeln und erkunden.

Es findet gerade mal nicht soviel Action statt? Macht doch nix. Ab aufs Sofa und aneinander gekuschelt chillen tut so gut.

Es findet eine längere Autofahrt statt? Macht doch nix. Rausgucken, gemütlich machen und ganz nah bei den Lieben sein.

Die sind nämlich genau da, im Hier und Jetzt. Ich möchte meinen Tieren keineswegs unterstellen, dass sie eventuell keinerlei Gedanken Richtung Zukunft schicken, nein. Nur glaube ich fest, dass diese sich im positiven Rahmen bewegen.

Mensch geht zum Kühlschrank – oho, da fällt gleich was für uns ab, woll?

Mensch greift zur Leine – oho, es geht raus, es geht raus!

Mensch kommt nach Hause – oho, Freude!

Genuss hat nichts mit einem Muss zu tun, Genuss muss man höchstens wollen müssen. Und im Moment leben ist eng verbunden mit genießen, aufsaugen, wahrnehmen.

So schaffte ich es trotz Atemwegserkrankung innerhalb meines Urlaubes, das zu sehen und zu fühlen, was vor mir liegt, unmittelbar. Ob ich mich zuhause im Bett auskuriere oder in einem Bett inmitten der gesündesten Luft, die es hierzulande gibt. Das ist ein geschrieben kleiner und gelebt großer Unterschied.

Heute empfand ich viele Tagesmomente als absolute Tiefs. Tränen flossen, ich war (und bin) genervt von der Tatsache, dass ich in diesem Jahr sehr offensichtlich zu der Statistikmasse gehöre, die ich kürzlich las: Zwei bis drei Atemwegsinfekte pro Jahr seien noch im normalen Bereich.

Genervt auch von denen, die glauben und unterstellen, dass Menschen mit einer chronischen Erkrankung nichts anderes erleiden „dürfen“, als eben genau diese. Doch, dürfen wir. Alles darf – in diesem Falle: leider. Ich wäre mehr als übel froh, wenn es ein Grippe-Verbot für MS-erkrankte Körper gäbe. Ja, ohweh, ich würde als Erste „HIER!“ schreien.

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Und so genese ich und heile ich und werde ich wieder ganz, im Sinne von Fieber und Husten befreit. Da denke ich dran, und da glaube ich dran. Auch hier wäre ich gerne so flexibel wie die Tiere. Die kommen mit Einschränkungen und Behinderungen um einiges besser und schneller zurecht, als wir Menschen. Wundervolle Eigenschaft.

Aus allem das Beste machen, Ruhezeiten (auch die zwangsverordneten) für sich nutzen, und nicht gegen sich. Für mich, nicht gegen mich.

Klingt so einfach.

Federleicht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s