In die Knie.

Okay.
Meine MS hat es geschafft, für mein Umfeld langsam aber sicher sichtbarer zu werden.
Ab und an ist sie dies ja schon durch ein etwas seltsam wirkendes Gangbild. Selten!

Oder durch ein etwas verzerrtes, anders als entspannt aussehendes Gesicht, wenn ich Schmerzen habe.

Jetzt allerdings ließ sie sich was ganz feines einfallen. Wirklich, ganz fein.

In Sachen Missempfindung reicht es ihr wohl nicht aus, dass ich seit Jahren schon nicht mehr unterscheiden kann, ob sie es ist, die mich ärgert (Parästhesien: in meinem Fall Gefühl wie Nadelstiche, Ameise laufen, Brennen usw.), oder ob mir wirklich ein Insekt im Gesicht bzw. auf dem Restkörper herumkrabbelt.

Mein Highlight seit gut zwei Wochen ist das Gefühl der kalten und nassen Knie.

Erstmals aufgetreten erschrak ich in einem Supermarkt so sehr über dieses Gefühl, dass ich alles stehen und liegen ließ, weil ich dachte, da sei „was daneben gegangen.“
Denn die Blase…ja, die Blase. Anderes Thema.

Über derartige Schockmomente bin ich hinweg, aber da dieses Gefühl ulkigerweise sehr schnell sehr extrem werden kann, fasse ich mir zur Kontrolle mitunter hektisch an meine Knie. Links, rechts, über Kreuz. Und rückwärts.
Sah wohl heute während eines Termines etwas befremdlich aus. Die freundliche Dame mir gegenüber guckte, als würde sie sich fragen, was dieser unvermittelte YMCA-Tanz jetzt nur soll.

In Verbindung mit meiner schon so langen tauben, linken Körperhälfte fühlt sich das Alles einfach nur scheiße an.

Manchmal würde ich wirklich viel, viel dafür geben, wieder ein normales Körpergefühl zu haben und mich nicht so zu fühlen, als wäre jeder dritte Quadratzentimeter meiner selbst ein fremdes Puzzlestück. Wenn ich dann weiter darüber nachdenke: WAS genau würde ich dafür (her-)geben? Die Schmerzen! Gern! Nur diesen Deal wird’s wohl niemals geben.

Es nützt nix, die MS ist nun schon so lange mit an Bord.

Das, was an Symptomen vorhanden ist, ist aushaltbar. Ja, da nehme ich auch die Schmerzen mit hinein, trotzdem sie in jeder Sekunde meines Lebens präsent sind, mal schwach, mal stark, mal stärker.

Auch die Langsamkeit zieht bei mir ein. Langsam aber sicher. (*ulk*) für mich als von Natur aus eher hibbeligen Menschen ein großes Stückchen Arbeit. Geduld mit mir selbst. Keine meiner aktuellen Stärken, naja.

Ich lebe ja noch, also scheine ich all das tatsächlich auszuhalten.
Auch wenn’s nervt.

Die kalten Knie gerade besonders.

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