Reise.

Wenn wir einen Weg bestreiten, der uns die Luft raubt, der uns so betrübt, dass wir uns wundern, wieviele Tränen aus zwei Augen fließen können, der uns nachts nicht nur nicht schlafen lässt, sondern wir einfach zu müde sind, um einzuschlafen…

Diesen Text schreibe ich, weil mich eine aktuelle, sehr innige Situation in Beziehung zu einer Herzensfreundin dazu inspirierte.

Ich gestehe mir gerade etwas ein und zu, das lange gar nicht so ersichtlich für mich war. Naja, ersichtlich schon, vielleicht.

Aber ich konnte nicht bewusst darauf schauen und sagen: „So darf das jetzt einfach sein. So bin ich.“

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Gut oder schlecht. Kalt oder warm. Trauer oder Lebensfreude. Oben oder unten.

Es gibt Fallhöhen, die sich weder ganz unten, noch ganz oben befinden. Das sind Zwischenwelten, in der die Richtung ganz klar nach vorne heißt.

Falle ich privat in ein emotionales Loch, bedeutet das noch lange nicht, dass mich mein Zustand unfähig macht, in anderen Bereichen meine Potenziale und Stärken zu zeigen und zu leben.

Ich spüre das gerade.

Mein Innerstes ist seit Wochen recht fragil. Trotz meines noch immer stattlichen Äußeren fühle ich mich an vielen Tagen wie ein Blatt Pergamentpapier. Das „mich selbst zusammenhalten“, um Risse zu vermeiden, ist eine Aufgabe, die ihresgleichen sucht.

Ganz und gar nicht verhält sich das in Gegebenheiten, in denen ich für andere da sein kann. Liebe geben, das geht auch, wenn man selbst gerade auf der Suche nach Liebe ist. Es ist vielleicht nicht immer NUR der Austausch, der das Herz warm hält. Wenn ich geben kann, emotional und intelligent wertig, stärkt mich das doch auch. Ich kann helfen. Ich werde gebraucht. Ich werde mit einbezogen, darf teilhaben. Mitlachen. Mitweinen. Halten. Einfach da sein, ganz einfach da sein.

Ja, manche Phasen zeigen mir auf, dass vermehrte Ruhe einfach das Ultimative ist. Nix hören, nix sehen, nicht reden müssen. Dann is der Speicher voll und der Tank leer.

Aber: ich erlaube mir diese Anteile von mir zu unterscheiden, akribisch und wach. Und mich selbst nicht auszuschalten, weil die Normalität eventuell vorgibt, dass entweder Alles oder Nichts gilt. Wie langweilig, wie mittelalterlich. Und wie isolierend.

Nein, dann gucke ich lieber nach innen. Sehe und nehme wahr, wieviel Sonnenschein durch meine inneren Fenster dringt und mich antreibt und ermutigt, mich zu entfalten und das zu tun, was Herz und Bauch sagen.

Der Kopf darf manchmal eines Besseren belehrt werden, finde ich.

Ich schicke einen sehr beseelten Gruß an meine tapfere Freundin und danke Dir für diesen so bereichernden und tiefsinnigen, humorvollen und wertvollen Austausch.

Es tut gut und ist so heilsam zu wissen, dass Sensitivität und Achtsamkeit sich soviele Hände reichen.

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