Die Tatze im Rücken.

Ich möchte Dir etwas sagen, mit breitem, frechem Grinsen und glänzenden Augen.

Eventuell kommen Dir einige Sätze oder Wortfädeleien bekannt vor, denn es ist nicht das erste Mal, dass ich über Freundschaft schreibe.

Allerdings bin ich mir sicher, dass diese Zeilen die richtigen Menschen erreichen. Das regelt das Universum schon. Und der Teile-Button auf Facebook.

Du gehörst zu denen…

…die mich auf dieser Reise stärken.

Die mich in den Arm nehmen, mich drücken, mich schützen.

Die mir berührende Emails und Briefe schreiben, in denen steht, welche Verlustängste sich mit der MS-Geschichte langsam in ihr Bewusstsein schleichen – welch ein Vertrauen.

Die mir liebevolle, lustige, ehrliche, ernste oder auch kritische Worte schenken.

Die Anteilnahme zeigen, voller Empathie und aufrichtigem Blick.

Die offen sagen, wenn sie es nur schwer ertragen können, was diese meine MS und das Leben drumherum zur Zeit bewegt.

Die mir sagen, was sie bewegt oder blockiert.

Die mir helfen, mich wiederum selbstständig zu bewegen, mich auf meinen, ganz persönlichen Weg zu machen.

Die mit mir über diese negative, nicht änderbare, zum Teil beschissene Situation schimpfen, fluchen und zornen.

Die mir Mut in Hülle und Fülle zusprechen, damit ich das, was änderbar ist, anstoße.

Die mich machen lassen.

Die mitmachen.

Die mir mit regelmäßigen Nachrichten Liebe schicken, ganz gleich, ob alle fünf Tage oder alle fünf Monate.

Die den Kontakt zu mir pflegen, und mich den Kontakt zu ihnen pflegen lassen.

Die es akzeptieren, wenn ich mich selbst mal ausknipse.

Die es zu schätzen wissen, dass ich genau das ebenso akzeptiere.

Die Seelenzucker für mich sind, und denen ich eben diesen schenken darf.

Die mich als Menschen sehen, und nicht als verkörperte, wandelnde Diagnose.

Die mir Dinge zutrauen und es verstehen, es geil finden, wenn ich den „normalen Rahmen“ sprenge, als Kranke, als scheinbar schwächeres Glied der Gesellschaft.

Die mit mir und den Hunden die schönsten Zeiten meines Lebens verbringen. Danke, Roman.

Die sich an mich wenden, wenn sie in Katastrophenzeiten eine Tatze* im Rücken brauchen.

Die mir in Sturmzeiten helfen, mich in die richtige Richtung zu drehen, um voran fliegen zu können, anstatt zurückgeweht zu werden.

Und die, die meine Tatze im Rücken sind.

Und wenn uns eines Tages der Mut verlässt, gehen wir eben ohne ihn weiter.

Denn wir haben uns.

 

 

*Das Sinnbild der „stärkenden Tatze“  habe ich von der wunderbaren Künstlerin Karin Clauss, die u.a. auf Facebook unter karindrawings zu finden ist. ❤

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s