Entscheidungen.

Ich möchte denen unter Euch, die von dem angestrebten Projekt „Wir fliegen über’s Meer“ gehört, die Facebookseite besucht und an der Geschichte dahinter teils sehr intensiv teilgenommen haben, den Stand der Dinge berichten.

Mein Text „Wir fliegen über’s Meer“ aus dem Jahr 2014 sollte die Basis für einen Kurzfilm sein.

Dieser besagte Text ist nicht „nur“ ein Gemisch aus Buchstaben, die mir spontan oder impulsiv in einer Tageslaune einfielen, und die ich so schnell wie möglich niederschreiben und teilen wollte.

Es geht um Geschwistertod, Kindstod und den frühen, plötzlichen Abschied innerhalb einer Familie.

Das alles betrifft nicht nur mich, sondern auch meine Eltern. Und meine Freunde, die mich stets dabei motiviert und unterstützt haben, ein solch schwieriges und schwerwiegendes Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, leichtfüßiger zu machen, damit eben solche Geschichten zwar echt und ohne Verschönerung wahrgenommen werden, aber eben auch ohne Verschlimmerung verarbeitet werden können.

Das wird nicht leicht, dachte ich.

Doch es wurde leicht: indem ich einfach das schrieb, was ich dachte. Welche Gefühle ich mit dem Verlust verbinde. Nun stand der Text, er wollte nur noch veröffentlicht werden.

Nun, das war nicht leicht. Einmal „draußen“, ist draußen. Er kann gelesen werden, er wurde gelesen. Damit gab ich sehr viel von mir preis. Und bekam eine unwahrscheinlich tolle, positive, hochemotionale Resonanz, von meinen Eltern, meinen Freunden und Euch.

Dass daraus das Projekt eines Filmes wachsen könnte, gefiel mir und meinem kreativen Anteil sehr.

Allerdings nicht, um damit Geld zu verdienen, mich damit zu profilieren oder Sonstiges.

Nein, es sollte ein Ausdruck meines Erlebten und Gefühlten sein. Andere Betroffene würden sich im besten Falle damit identifizieren, sich vielleicht auch nur in kleinen Facetten wiederfinden und sich angeregt und ermutigt fühlen, über Trauer um ein sehr früh verlorenes Geschwisterkind bewusst nachdenken und sprechen zu können.

Wenn Kinder vorgeburtlich sterben, wird es oftmals von der Gesellschaft nicht als Verlust eines Kindes wahrgenommen. Wenn es um verstorbene Kinder geht, die bereits auf der Welt waren, sieht dieses Bewusstsein für Abschied und Trauer glücklicherweise schon anders aus.

Nun… irgendwann entschied sich letztes Jahr mein Bauch, dieses Projekt abzubrechen.

Ich sah mich nicht mehr dort, wo der Weg hingehen sollte. Die Verbindung zu dem, was ich wirklich erlebte und dort gespiegelt werden sollte, war weg.

Natürlich finde ich es einerseits schade, allerdings sind die Vorstellungen von uns Menschenwesen so unterschiedlich, wie wir selbst. Nun, kein Hadern, mit Nichts und Niemandem. Es ist so okay, wie es ist.

Und mit Sicherheit hatte auch dieser Anfang etwas Gutes für sich, da bin ich mir ganz sicher. Nicht zuletzt in dem Sinne, einige ebenfalls im selben Boot Sitzende kennenlernen zu dürfen und sich auszutauschen.

Euch wünsche ich alles Liebe.

Weiterhin viel gute Energie, stets ein offenes Ohr, eine Schulter, an die Ihr Euch anlehnen könnt, Geduld mit Euch selbst und einen wachen und heilsamen Kontakt zur anderen Seite.

 

 

 

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