Durchs Land.

Kennt Ihr dieses Gefühl?

Wenn ich durch die Welt fahre…

Mit manchen Orten verbinde ich Gefühle, Geschmäcker und viele Sinneseindrücke.

Erinnerungen. Starke, schwache, schöne, weniger schöne, schlimme, lustige, und welche, die ich gar nicht beschreiben, sondern einfach nur fühlen kann.

Manche sind wie ein Kirschlolli, die von früher, weißt Du? Knallrot mit grünem Plastikstiel.

Orte, an denen ich zum ersten Mal bin, fühlen sich oft durcheinander gewirbelt  an. Manchmal wie ein rohes Ei, das noch auf seine Schale wartet und total gespannt ist, wie sehr die Schale drückt, zwickt, schützt oder kitzelt.

Es gibt so Komfortschalenerlebnisse. Da wachste morgens irgendwo auf und denkst: „Ja! Wie nice, wie prima! Hier bleibe ich eine Weile.“

Auch die Erlebnisse, wenn sich so ein neuer Ort schon ganz alt, weil vertraut, anfühlt. Herrlich. Das ist so ein eingebettet sein. Die Sonne scheint einem aus dem Allerwertesten, man ist abenteuerlustig, gleichzeitig völlig entspannt und freut sich über alles, was passiert. Über alles Neue, das man inhalieren und für sich einschließen und mitnehmen kann.

Und über den ausgeknipsten Alltag.

Die Sonne scheint nicht nur hintenrum, sondern am dollsten von oben auf meine Nasenspitze. Es läuft durchgehend Gänsepellemusik, die Landschaft verändert sich.

Wenn ich Freunde besuche, die ich zum Teil das letzte Mal kurz vor meinem Umzug in den hohen Norden vor acht Jahren sah, ist das oft sehr besonders.

Ein Mensch entwickelt sich. Und doch gibt es da diese Blitze und Aha-Momente, diese Bänder und Wohlfühlwellen, die gleich liebens- und vermissenswert bleiben.

Und so manch ein Mensch wird zum Elternteil.

Eine meiner engsten Freundinnen ist vor acht Monaten Mama geworden.

Da parke ich nun in ihrer Straße, steige aus dem Auto aus und sofort schießen mir zig Erinnerungen durch den Kopf und ins Mark. Von durchfeierten Wochenenden, gemeinsam erlebtem Liebeskummer, Ausflügen, Kinoabenden, stundenlangem Quatschen, rumgrummeln, vertragen…Freundschaft eben.

Nun gibt es nicht mehr nur sie, nicht mehr nur ihren Mann, sondern das dritte Herz im Bunde; ihren kleinen Sohn. Sie öffnet die Tür und ich sehe das winzige Wesen. Was für ein Moment.

Mir fallen sofort die Ähnlichkeiten zwischen Kind und Eltern auf, wo doch die meisten Babys für mich als Nicht-Mama alle irgendwie gleich schnuckelig aussehen. Diese Wahrnehmung verändert sich, je mehr Kinder im Freundeskreis geboren werden, eindeutig.

Als wir uns wieder verabschieden, stehen ihr Mann und sie mit dem Kleinen auf dem Arm an der Tür und winken. Ich laufe die Treppen runter zum Auto und fasse es immer noch nicht, dass sie Mama ist. Dass diese kleinen Winzlingsfingerchen meinen Zeigefinger gerade noch nicht ganz umschließen konnten. Und dass die obere Ecke meiner Hasen-Handytasche so herrlich motiviert durchgesabbert wurde.

Wieder ein Bild, ein Gefühl und eine Erinnerung, das ich mit einem ganz bestimmten Ort verknüpfe, wenn ich durchs Land fahre.

Freundschaft eben.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s