Gelbe Seele.

Seit Monaten begleiten mich Bussarde.

Die Bedeutung des Bussards als Kraftttier passt sehr eindeutig in meine derzeitige Situation.

Wenn Situationen noch nicht ganz klar oder geklärt sind, und über einem schweben, kann das sehr erdrückend sein. Ungewissheit eben.

Manch ein Mensch mag keine Klarheit haben. Manch einer findet diesen Schwebezustand okay und sich damit ab.

Ich gehöre wohl zu denen, die, auch wenn es unangenehm wird, wissen wollen, woran sie sind. Ungewissheit dreht mich innerlich um und macht mich unruhig.

Sie sorgt dafür, dass ich gefühlt zurück gehe, anstatt nach vorn. Ich hafte mich dann an Gedanken, die mir zwar auch keine Klarheit bringen, die mir aber helfen, mich bis zum Zeitpunkt der „Erleichterung“ zu ordnen und im Ansatz zu beruhigen.

Wie diese Bussarde kreist so einiges über meinem Kopf herum.

Es ist einiges im Umbruch. Mal wieder. Ständig. Sehr wahrscheinlich ist das Leben ein einziger Wandel. Umso mehr freue ich mich auf die Momente, die sich für mich pur gelebt und geliebt anfühlen. Auch das Negative, das dafür sorgt und mich dazu zwingt, an meinen vermeintlichen Schwächen zu wachsen. Mich mit Menschen auseinander zu setzen, die offensichtlich weggesogen werden, wenn andere in Not sind. Und die wie der Wind wieder angepustet kommen, wenn sie in Not sind. Die Entscheidung zu treffen, wie lange man sich so düster und bedrückend berieseln lässt, bis man den Notausknopf drückt, liegt bei jedem Menschen selbst.

Für was benötigen wir denn unsere Energie wirklich? Wie haushalten wir mit ihr und was raubt sie uns so schnell, dass wir es nicht einmal bemerken? Wie wird Energie aufgefüllt und welche Pausen sind nötig, um das zu schaffen? Was sorgt dafür, dass wir den Boden unter den Füßen verlieren? Wie reagiert man auf Menschen, die Auszeiten persönlich nehmen und man sich, anstatt Energie zu tanken, rechtfertigt und selbst müde redet?

Einige dieser Fragen stellte mir vor Monaten eine Klientin. Ich war und bin so dankbar für diesen Austausch, denn, so individuell es jeden von uns betrifft, ist doch eine Frage immer da:

Wie schenken wir unserer Seele Sonne?

Kennst Du das Gefühl, wenn man das erste Mal nach einem langen Winter die Blumen riecht? Die gebräunte Haut? Man auf dem frisch gewaschenen Auto die ersten Pollen entdeckt, sich über sie ärgert und gleichzeitig durch sie das Einläuten des nahenden Sommers hört? Die Vögel werden wach. Es wird warm. Man braucht draußen keine Jacke mehr. Rasenmäher brummen, die Autos werden lauter. Barfuß laufen am Strand.

Für einige von uns MS’lern sind Wärme und Hitze ein Graus. Ich gehöre dazu, leider. Doch Sonne…die ist so, so liebenswert.

Die MS kreist über mir. Eigentlich eine stete Ungewissheit, oder? Und ich wette, dass auch Du, der vielleicht als Nicht-MS’ler mitliest, genau das unterschreiben kannst. Kein Morgen oder Zustand ist sicher, egal, welche Verträge oder Erklärungen wir unterzeichnet und abgegeben haben. Kein Morgen.

Vielleicht funktioniert die Draufsicht, die gut tut, als eine Art Zauberwürfel. Wenn wir unsere absoluten Hochs erleben, sind alle Seiten in der gleichen Farbe zu sehen. Trotz Ecken und Kanten fühlt sich alles rund an. Stimmig.

In miesen Zeiten gibt es den Farbmix, nicht unbedingt passt ein Teilchen zum anderen, es fühlt sich nicht rund an, obwohl der Würfel in sich eine stimmige und geordnete Form hat.

Ist es eventuell ein ständiges puzzeln, hin- und herschieben, hinfühlen, in uns horchen und pausieren, um dann endlich wieder Gas geben zu können?

Egal, wie wir alle mit unserer Energie umgehen. Egal, wie warm oder kalt es uns ist. Egal, welche Strategien uns gut tun. Egal, welche Menschen kommen oder gehen. Egal, wohin wir gehen. Die Sonnenseite ist immer da. Sie will nur wahrgenommen werden.

Ich wünsche Dir, lieber Mensch, ganz viel Seelensonne.

 

 

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