Seele ohne Socken.

Wenn man sich selbst vermisst, sich nicht mehr findet, sucht und sucht und daran verzweifelt, die eigene Substanz nicht mehr richtig spüren zu können, haben vielleicht auch andere Menschen einen Batzen an Arbeit geleistet.

Könnte man meinen, wenn man diese Zustände mit anderen in Verbindung bringen möchte.

Schuldige suchen…nein.

Es ist so einfach gesagt und sich selbst so einfach gemacht, dass der oder die Schuld an diesem oder jenem hat. Ist man durch Schuldzuweiserei leichter und fröhlicher? Fliegt es sich dann fröhlicher Richtung Sonne? Oder entledigt man sich einfach der eigenen Verantwortung für sich selbst?

Unser Umfeld hat sehr wohl einen großen Einfluss auf uns. Und umgekehrt.

Wir alle haben es in der Hand, mit wem wir gewisse Wege gehen, wen wir wie nah an uns heranlassen, wieviel wir mitmachen oder wie schnell wir ehemalige Gemeinsamkeiten als neue Diskrepanzen oder unterschiedliche Interessen entlarven (wollen), und lieber eine Kehrtwende machen.

Aber was passiert, wenn man sich selbst vermisst, ohne auf die Entwicklungen zwischenmenschlicher Beziehungen zu schauen?

Läuft man dann entlang der Straße, immer weiter und weiter, ohne nach unten, links oder rechts zu schauen, fällt plötzlich in ein Erdloch und geht trotzdem weiter?

Zieht die Seele plötzlich ihre Socken aus?

Verliert man seine Schuhe, verliert man wohlmöglich den Halt. Ohne eine Navigationshilfe droht ein Verlaufen. Ohne ein Ziel…

Rückgrat, wacher Blick und Motivation.

Stehst Du für Dich gerade? Weißt Du, was Du willst? Weißt Du, was Du nicht willst?

Machst Du ständig nur Kompromisse und verbiegst Dich, weil es Dir so beigebracht wurde oder die gesellschaftlichen Schablonenmacher sagen, dass sich das so gehört? Sitzt Dir der Gedanke im Kopf, dass es egoistisch sei, auch mal nur an Dich zu denken und Deine eigenen Ziele wachen Blickes und motiviert zu verfolgen?

Ich glaube, dass das eine das andere nicht auschließt. Es ist nicht egoistisch, die eigenen Lebensträume zu verwirklichen. Es gehört sich aber sowas von so, für sich selbst einzustehen. Du hast nur Dich, wenn sonst mal kein anderer da ist. Liebe Dich also so sehr, dass Du Dich immer auf Dich selbst verlassen kannst.

Und willst.

Vielleicht ist es eine Überlebensstrategie: während der Körper pausiert, träumt die Seele sich durchs Leben und sammelt so wertvolle Energie für die weiteren Jahre. Trägt hingegen unser Seelenleben im Sommer einen Wintermantel, sorgen Herz und Kopf dafür, dass es in diesem unangenehmen Schwitzkasten erst einmal mit allen wichtigen Lebensfunktionen weitergeht.

Was passiert denn noch, wenn wir uns selbst vermissen?

Dann ist die Selbstliebe irgendwo in der Nähe.

Sie wartet nur darauf, dass wir uns ausbuddeln. Den dicken Mantel ausziehen. Uns aufraffen und weiterlaufen. Dass wir zu uns stehen und uns vertrauen.

Wenn wir dann noch Jemanden finden, der uns Helm und Strickleiter in die Hand drückt…

 

(Für R., M., G., K. und P.)

 

 

 

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