Durch den Nebel.

Ich würde so gerne.

Es ist, als stünde ich an einem Strand, der einer Mondlandschaft ähnelt. Die Sichtweite beträgt maximal einen Meter.

Ich erkenne um mich herum weiß-grauen Sand, durch das abfließende Wasser haben sich Wellenmuster und kleine Luftporen auf der Oberfläche gebildet.

In Zeitlupentempo drehe ich mich um mich selbst. Überall Nebel, trotzdem kann ich weit, frei und tief durchatmen. Das Licht ist warm und ich fühle mich wohl.

Mit jedem Schritt, den ich vor den anderen setze, erhoffe ich mir ein Lichtloch in dieser bestehenden Nebelwelt.

Wo ist der blaue Himmel? Wo sehe ich, wie hoch oder tief die Sonne steht? In welche Richtung muss ich gehen, um ans Wasser oder ans Festland zu gelangen?

Ich würde so gerne.

Auf der Suche nach dem Licht, stelle ich fest, dass es gut ist, länger zu laufen. Zu suchen. Sich genau überlegen zu müssen, welche Schritte ich gehen will. Und welche ich wohlmöglich gehen muss.

Manche Stellen am Boden sind schlammiger und rutschiger, als andere, auf denen ich besser und schneller voran komme.

Hindernisse zwingen mich, eben nicht übereilt zu handeln, kopflos zu werden und zu verzweifeln. Egal ob es die sind, die hausgemacht vor mir stehen, die auf natürlichem Wege in ein Leben treten oder ob es Menschen sind, die mich umwerfen wollen.

Ich muss überlegen und abwägen, wie ich diese Hürden meistern kann.

Immer und immer wieder.

Welche Ressourcen habe ich? Wieviel Kraft kann ich aufwenden? Wann und wo muss ich mich schonen und mit dem, was mich antreibt, haushalten?

Ich würde so gerne.

Die anderen Menschen um mich herum nehme ich sehr wohl wahr. Sie teilen ihre positive Energie mit mir, sprechen mir Mut zu, sind mir wohlgesonnen. Auch die, die nicht mehr hier verweilen, stärken mir den Rücken.

Weitergehen geht jedoch nur allein. Zeichen und Gelegenheiten wahrnehmen geht nur allein. Türklinken in die Hand nehmen geht nur allein. Entscheidungen treffen geht nur allein. Und für genau die geradestehen ebenso.

Ich mache das Beste aus dem, was mir zur Verfügung steht. Und aus diesem Hab und Gut lassen sich neue Fäden spinnen, Ideen entwickeln, Hoffnungen schöpfen und Mutmachgeschichten schreiben.

Es ist egal, wie lange es dauert. Denn an mancher Stelle kann ich „es“ nicht einmal genau definieren.

Doch ich will, so gerne.

Und laufe.

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