(Das habe ich mir) Verdient.

Ich bin so dankbar.

Das Gefühl, dass sich all die Arbeit, die Mühe, die Sorgen und Schmerzen der letzten Jahre langsam aber sicher auszahlen, macht sich immer mehr in mir breit.

Anteilnahme, Liebe und Lebensfreude gehören seit einigen Monaten fest zu dem, was mir geschenkt wird. Und was ich zurückgeben darf. Und was gefeiert wird.

In Bezug darauf miste ich aus. Ich werfe Menschen aus meinem Leben, die man gut und gerne als Energievampire bezeichnen darf.

Ein schönes Beispiel hierzu fiel mir vorhin ein, wenn es Euch interessiert:

Eine ehemalige Freundin samt Mann stand finanziell mehr als gut dar; lebte aber leider etwa 60 km weit weg. Ich fuhr über gut 2 Jahre alle paar Wochen, oder auch öfter, zu ihr. In dieser Zeit knabberte ich am totalen Existenzminimum. Irgendwann war nicht nur mein Geldbeutel völlig leergefahren, sondern auch mein Verständnis für diese einseitige Tatkraft.

Ich beendete die Fahrerei und die Freundschaft verlief im Sande.

Ein anderes Beispiel ist, wenn sich Menschen, die sich ebenfalls Freunde nennen, an und in meinem Blog bedienen und teilweise ganze Textstücke für ihre Zwecke (auch gewerblich) nutzen – ohne das vorher mit mir abzusprechen. „Du verdienst mit dem Blog ja nix. Das ist doch also okay, nicht wahr?“ Nein. Ist es nicht.

Ebenso ätzend, nur weitaus verletzender, war ein Erlebnis, wo mir nach Jahren zugetragen wurde, dass eine damalige Freundin unfassbar schlimme, negative Dinge über mich und meinen besten Freund verbreitete.

„MS? Das spielt die doch nur.“

Autsch. Ich stand für mehrere Tage völlig neben mir. Suchte dann das Gespräch, bot ihr sogar an, mal mit zu meinem Neuro zu kommen und erntete dann nur Ausreden und eine Blockierung auf sämtlichen sozialen Kanälen. Besser so, ja, auch so ein Schmerz lässt tatsächlich nach. Wer zum Teufel braucht solche „Freunde“?

Jahrelang „JA“ sagen ist unwahrscheinlich ungesund. Es ist mir ein Rätsel, weshalb es mir so lange Zeit wichtig war, überall als die in Erinnerung zu bleiben, mit der man alles machen kann, die überall fleißig mitmachen will, um gesehen zu werden. Wieviel Energie, Zeit und Nerven mich das gekostet hat, merke ich jetzt.

Ausgerechnet in einer Phase, in der ich zwar ein großes Pensum bestreite, von morgens bis abends unterwegs bin, mein Privatleben aber für die mir wichtigsten Herzenswesen penibel aufgehoben wird und ich mein Ding durchziehe.

Also in einer Zeit, in der ich bewusst auf mich achte, mich verändere und beobachte, wer mich trotz des nicht mehr permanenten zur Verfügung Stehens als Mensch weiterhin mag und respektiert.

Es werden weniger, aber das ist in Ordnung.

Natürlich besteht nicht immer ein totales Gleichgewicht in einer Freundschaft oder Beziehung. Ich selbst weiß, wie schwer und scheiße es für mein Umfeld ist, wenn ich mich in Krisen befinde oder die MS mich derart ausboingt, dass ich entweder ein völliges Nervenbündel oder nur noch die Unsichtbare bin – das zu überstehen ist für beide Seiten eine echte Herausforderung.

Ebenso geht es mir, wenn meine Lieben in Krisen stecken, die ich nur begleiten aber eben nicht beseitigen kann. Hilfslosigkeit ist das Stichwort.

Aber da sein, das kann soviel. Manchmal sogar alles.

Manche Wege geht man nicht bis zum Ende miteinander und ich weiß, dass ich aus jeder dieser Begegnungen lernen kann, mich selbst reflektieren muss und in der Eigenverantwortung stehe, was geht, und was eben nicht, was ich wie lange mitmache, und was eben nicht.

Neue Lebensumstände bringen neue Lebewesen mit sich. Und so manch eine sehr alte, beständige Freundschaft ist toll kompatibel mit neuen Bekanntschaften. Auch ein schöner Mix.

So ordnet sich das Leben immer mal wieder neu, es ruckelt und zuppelt, ziept und tut manchmal auch etwas länger weh.

Wachstumsschmerzen. Wohl verdiente Wachstumsschmerzen.

 

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