E.T. und ich.

Seitdem ich leichter werde, wird irgendwie alles leichter.

MS leichter, wenn auch noch genauso beknackt nervig, wie früher.

Abtrocknen leichter. Beine übereinander schlagen leichter. Grinsen leichter. Heulen leichter. Rumsitzen leichter. Treppensteigen leichter. Bequem im Auto sitzen leichter. Hunde knuddeln leichter. Kuscheln leichter. Umarmen leichter.

Sport wird nicht leichter, bringt aber immer mehr Spaß. Weil: Herausforderung und so.

Ich steige aus der Dusche und kann, nachdem ich leichten Fußes faszinierende Yoga-Deluxe-reife Verrenkungen zum Ermöglichen der Beinrasur vollführt habe, ganz genau im Spiegel sehen, was da mit mir passiert:

Meine Kontur verändert sich wöchentlich.

Das Gesicht wird schmaler, ich kann erkennen, dass ich wohl von Natur aus sehr hohe Wangenknochen haben muss. Das fiel ja vorher nich‘ so auf.

Meine Schulterknochen, die Schlüsselbeine und Beckenknochen sind klar da UND zu fühlen, trotz noch immer vorhandenem Übergewicht. Ich mag meine Hals-Schulter-Partie so gerne angucken, hach.

Ich habe Knie! Tatsächlich, da sind Kniescheiben! Ich könnte sie von morgens bis abends angucken und mich an ihrer plötzlichen Präsenz erfreuen.

Meine immer sehr schmal gebliebenen Handgelenke, Finger und Füße passen langsam endlich wieder zum Rest meines Körpers.

Außerdem haut mein Hintern ab.

Bis vor gut einem Jahr konnte man locker einen oder mehrere Bierkrüge auf ihm abstellen (siehe Diashow unten), die hätte ich locker ausbalanciert, kein Witz. Das war kein Latina-Popo, sondern ein mich sehr belastender Zustand.

Über einen Latina-Popo würde ich mich jetzt freuen. Dafür betreibe ich seit geraumer Zeit Muskelaufbau und hoffe täglich stark, dass meine Pomuskulatur die entleerten Fettzellen optisch schon bitte, bitte schicker ersetzen werden.

Gut Po will Weile haben.

Aber nicht nur mein Hintern macht die Biege.

Ich habe zwei Körbchengrößen weniger. Macht’s gut, prall gefüllte Körbchen. War schön mit Euch, immer. Snüff.  Jetzt muss ich mich an kleinere BHs gewöhnen, was meinem Rücken allerdings sichtlich und spürbar sehr, sehr gefällt. Daumen hoch, sagt er.

Meine Tri- und Bizepsmuskulatur ist vor allem dann zu sehen, wenn ich wie so ein Vollprofibodybuilder die Arme anhebe und die Muskeln nicht mal groß anspanne – da tut sich was, es lohnt sich, das ganze Gehampel, Getue, Gefluche und Gezeter, welches ich seit Anfang 2016 durchlebe.

Aaaaaber…

…was armtechnisch obenrum auf mich als Laie und Zwischen-Fett-und-Muskeln-Zurechtfind-Wesen wahnsinnig Eindruck macht, sieht untenrum, also unter dem Arm, aus, als wäre mein nächster Verwandter der, dessen Finger so niedlich vor sich hin leuchtet aufgrund einer Fernsprechsucht.

E.T. und ich – das muss ne ganz besondere Vererbungsgeschichte sein.

Haut, überall Haut. Und zwar unausgefüllte bis nur noch mäßig mit Fett gefüllte.

Erst kürzlich sagte ich zu einer Freundin: „Mit meiner überschüssigen Bauchhaut könnte ich ohne Probleme einen Welpen schmuggeln.“ Sie wollte mich dann nach Kolumbien schicken. Hä?

Die Haut, die an meinen Armen herunterhängt, kann man schon nicht mehr mit den berühmtem Winkearmen vergleichen. Wäre sie weg, hätte ich obenrum schon locker ne 38. Diese Kleidergröße strebe ich nicht unbedingt an. Aber ich merke, dass ich JETZT größere Probleme hätte, mich am hellichten Tage im Badeanzug in den Großensee zu werfen, als noch vor zwei, drei Jahren, als ich prall und rund und auch (ja!) mit eigenen Schwimmreifen bestückt war.

Jetzt ist die Luft raus, aus den Schwimmreifen.

Pfffffffffffff…

Und ich kümmere mich fleißig um Infos und Erfahrungsberichte sowie Empfehlungen in Sachen Hautstraffung.

Das ist andererseits etwas, das mich neben all diesen ulkig beschriebenen, optischen Sorgen, auch wahnsinnig stolz macht.

All diese Fältchen, Streifen, die Haut, die glücklicherweise keine Schürzen oder große Lappen bildet (das schiebe ich auf den Muskelaufbau), was nach über 40 verlorenen Kilos ein kleines Wunder ist, sind Zeitzeugen für diesen Prozess einer Körperveränderung und einer Reise Richtung Wohlfühl-Ich.

Ein bisschen Schwund is‘ immer. Oder eben ein bisschen viel Überschuss vom größten Organ, das wir besitzen.

„Das geht mir unter die Hauuuuut“ – wenn dieses Lied im Radio läuft, singt mein ganzer wundervoller Schwungkörper fasziniert mit und ich ebenso.

Nur mein Dreifachkinn, das macht da nicht mit. Weil es nicht mehr existiert.

An all die, die gerade das Selbe durchmachen:

Wir sind gut, so, wie wir sind; egal in welcher Phase.

Wir geben unser Bestes.

Wir machen all dies freiwillig, und unser Körper macht brav und ununterbrochen mit.

Wir haben vielleicht öfter das Gefühl, dass alles still steht, aber dürfen gleichzeitig die Umbauprozesse und den Zeitraum nicht vergessen, den es gebraucht hat, so adipös zu werden.

Wir sollten unsere Energie auch in die Tatsache der Selbstliebe stecken – wirf Dir ein Küssken zu, wenn Du vorm Spiegel stehst.

Wenn’s peinlich ist, oder Du erst guckst, ob keiner einer guckt: Tür zu, dann kriegt’s keiner mit.

Zu guter Letzt:

Wir schaffen das!

 

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Ein Gedanke zu “E.T. und ich.

  1. Pingback: Gastbeitrag: Mein Weg zurück zu mir – Fettlogik überwinden.

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