Auf 3.

Springen oder lassen?

Sie können uns ganz schön kirre machen, diese ständigen Entscheidungen.

Das Leben ist voll davon. Und kein Tag vergeht, ohne ein „Hü oder Hott“.

Du hast kaum die Augen aufgeschlagen, bist gefühlsmäßg noch vollkommen in Deinem Traum verhaftet, der Dich die Nacht über begleitet hat. Dieses dunkle Gefühl, der Kopf in Watte und Schaumstoff gepackt, der Körper ist schwer und das Herz melancholisch wie noch nie.

Aufstehen, ja oder nein? Was wäre wenn.

Liegenbleiben und weiterträumen? Sich wieder diesem seltsamen aber doch irgendwie komisch-anziehenden Gefühl hingeben, das Dich in diese Zwischenwelt bringt, die wenig mit dem Leben und fast schon ein bisschen mit dem ewigen Abheben zu tun hat?

Die Welt Welt sein lassen. Mit ihrer Hektik, der Konsumgier, dem irrsinnigen Streben nach vorne und oben und der dämlichen Angst vor zurück und unten.

Wenn Du liegenbleibst, kannst Du genau das zelebrieren. Das Nichts-Müssen. Schlafen, ruhen, fühlen, atmen, einfach sein.

Wenn Du schläfst, ist vieles für ein paar Momente einfach weg.

Der Schmerz rückt in eine faszinierende Ferne, die Traurigkeit verblasst und Deine Ängste verwandeln sich in pure Selbstsicherheit und Mut. Die Entspannung breitet sich in Deinem ganzen Körper aus; es gibt keinen Milimeter mehr, der nicht weich und besonnen wird.

Anstatt Dich durch den Tag zu grübeln, träumst Du Dich hindurch. Du traust Dich das, was nur im Traum möglich ist. Unbeschadet von Häusern springen, nach dem Abstoßen fällst Du nicht schwer in die Tiefe, sondern Du fliegst frei, leicht und hell.

Du breitest Deine Arme aus und saust über Deine Stadt, durch die Straßen und über die Wälder. Da Du sowieso alles kannst, siehst Du, was in den Gebäuden und Fahrzeugen geschieht.

Alle eilen, alle hetzen. Auf Beinen schwer wie Blei fegen sie wie verrückt durch die Gegend, fast ziellos, aber scheinbar sehr beschäftigt. Den Blick stur nach vorn gerichtet, links und rechts ausgeblendet, die Ellenbogen vorsorglich ausgestreckt.

Dir wird das zu anstrengend und Du entschließt Dich, die Stadt zu verlassen.

Fliegst Richtung Meer, riechst es und schmeckst schon, siehst es bereits am Horizont. Du bist vollkommen mit Vorfreude und Liebe vollgepumpt, Dein Herz springt und Dein Kopf ist frei.

Kurz vorm Landen machst Du kurz Deine Augen auf und bist von jetzt auf gleich total angespannt.

Das kannst Du besser, sagst Du in dieser kurzen Aufwachphase zu Dir selbst, und schließt erneut die Augen.

Wieder erwachst Du kurz vorm Ziel und bemerkst, dass Du am ganzen Körper zitterst.

Was hindert Dich am Schönen? Angst? Wovor?

So manch eine Entscheidung, die für uns im Rückblick eine kleine bis große Katastrophe bewirkte, war vielleicht nicht immer schön, aber sicherlich immer für etwas gut.

Und so manch eine Entscheidung, die für uns rückblickend das pure Glück bedeutete, haben wir viel, VIEL zu lange vor uns hergeschoben, weil sie uns Angst machte.

Veränderungen sind gut, manchmal sogar (über-)lebenswichtig.

Und gerade die unter uns, die sich in ihrem Leben mehr durch Schlamm als Konfetti wühlen müssen, fürchten sich, wenns plötzlich mal einfach, schön, positiv, wohlgesonnen, ehrlich, direkt, fröhlich, leicht-sinnig und glücklich wird.

Es wird dann jetzt mal glücklich.

Was?!

Wo ist der Haken?

Was ist denn, wenn…?

Womit habe ich das verdient?

Was kann da nur alles schiefgehen?

Wie bereite ich mir darauf vor?

Sind wir nicht bescheuert?

Manchmal schon, also:

Alle zusammen.

Auf 3…

 

 

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